Review

2006 beglückte uns Alexandre Aja mit seinem Remake zu Wes Cravens "The hills have eyes". Beglückte schreibe ich deswegen, weil der Film mich sehr gut unterhalten hat und dieser Meinung nicht nur ich gewesen bin. Eine Fortsetzung wurde angedeutet, als in der finalen Szene ein Mutant durch ein Fernglas die Überlebenden begutachtet. Nun, ein Jahr später, wird uns die Fortsetzung präsentiert, die übrigens nicht das Remake des zweiten Teils von 1985 darstellt, sondern eine eigenständige Fortsetzung des Remakes. Erfreulicherweise durfte ich vorher feststellen, dass Wes Craven zusammen mit seinem Sohn die Geschichte inszeniert hat. Dass Wes Craven schon zu dem ein oder anderem Horrorschmankerl im Stande war, muss nicht erwähnt werden, denke ich. Scream, last house on the left oder nicht zuletzt Nightmare on Elm Street sprechen für sich. Ein weiteres Mal fand ich also den Weg in's Kino und ließ mich wie immer unvoreingenommen auf den Film ein, nachdem der Ärger über die neuerdings 8 Euro Eintritt verflogen war.


Ich unterstelle einigen Leuten, die Reviews über diesen Film geschrieben haben, mangelhafte Objektivität, so unbegründet negativ, wie hier teilweise geschrieben wird. Wenn man keinen Spaß an brutalen Horrorfilmen hat, dann wird sich ein subjektiv negatives Gefühl einschleichen, wenn man den Film schaut. Das ist klar, und deswegen ist "the hills have eyes" nichts für diese Leute und wurde auch nicht für sie gedreht. Schaut euch solche Filme doch einfach nicht an, es ist vorher klar, dass sie stellenweise menschenverachtend und geschmacklos sind.

Kommt nun nicht zu dem falschen Schluss, dass ich den Film besonders gut finde, mir ging es nur um die Pauschalgegner dieses Filmgenres. "The hills have eyes 2" ist kein hervorragender , innovativer Streifen, keineswegs. Dennoch empfand ich ihn, und nicht nur ich, als ziemlich unterhaltsam und spannend. Schon allein deswegen sind die Bewertungen, die hier teilweise vergeben werden, für mich nicht zu rechtfertigen.

Kommen wir erst einmal zur Story. Wir befinden uns in Sektor 16. Hier wurden einst Tests mit Nuklearwaffen vollzogen, die äußerst negativen Einfluss auf die Menschen dort hatten. Über die jahre hinweg hat sich hier ein Stamm von Mutanten gebildet, die die wüstenartige Bergregion in Höhlen bewohnen und sich gerne mal den ein oder anderen Touri vorknöpfen. Fremde Männer haben hier besonders schlechte Karten, sie werden eiskalt hingerichtet. Die Frauen hingegen werden gefangen genommen. Sie werde nämlich missbraucht, um für Nachwuchs zu sorgen. Wenn dieser auf die Welt gekommen ist, werden auch die Frauen abgeschlachtet. Die Anfangsszene verdeutlicht das in äußerst extremer Form. Sofort wird dem Zuschauer klar, dass der Film Tabubrüche beansprucht. Man sieht viel zu klar, wie die Geburt stattfindet. Das kreide ich dem Film als negativ an, weil es nun wirklich keine bis kaum Menschen geben dürfte, die das Betrachten einer blutigen Geburt eines Mutantenkindes als irgendwie angenehm oder unterhaltsam empfinden könnten. Auf der anderen Seite trägt es dazu bei, dass von Anfang an - wie schon im ersten Teil - eine sehr ernüchternde Stimmung herrscht. Allerdings hätte man das wohl auch weniger ekelhaft erreichen können. Wissenschaftler wurden in den Sektor geschickt, um herauszufinden, was dort in den Höhlen genau vor sich geht. Bald nach ihnen auch eine Einheit von Soldaten, die hier für Ordnung sorgen sollen. Doch es kommt anders als geplant, die Wissenschaftler sind bereits tot und für die Soldaten beginnt ebenfalls ein unerfreulicher Kampf um Leben und Tod.

Die Story ist nicht das Gelbe vom Ei, dafür kann ich Craven kein Lob zukommen lassen. Vielmehr hat er auf die Atmosphäre und düstere Bilder Wert gelegt, die streckenweise sehr gut umgesetzt werden von Martin Weisz, der Regisseur sein durfte. Besonders intensiv empfand ich die Szene, als Napoli (Michael McMillian) und Amber (Jessica Stroup) in der Höhle den Kopf eines Kannibalen zermatscht hatten und daraufhin von dem Kannibalen mit der Brille "errochen" werden. Spannung möchte ich dem Film also vehement zugestehen.

Ein Absatz über die Gewalt in dem Film soll verfasst werden. Sie ist sehr ausufernd, das scheint die Tendenz in letzter Zeit zu sein. Sagte ich schon über Saw 3, dass es gewalttechnisch der härteste Film ist, den ich zu Gesicht bekam, so muss ich das auch über "Hills have eyes 2" sagen. Nicht zuletzt, weil man sich offensichtlich um Tabubrüche bemüht. Die Geburtszene erwähnte ich bereits, hinzu kommt eine schockierende und abartige Vergewaltigungsszene. Abgesehen von diesen Szenen ist die Gewalt für Fans äußerst erfrischend und gut inszeniert. Der wird schon der ein oder andere Kopf zusammengefaltet, im ein oder anderen Hirn rumgewühlt, das ein oder andere Auge ausgequetscht, der ein oder andere Arm abgehackt. Dass das nur Fans gefallen wird, ist nicht diskussionswürdig, aber man kann das nicht verurteilen, nur weil es einem selber nicht gefällt.

Unterirdisch sind leider die Dialoge. Tiefgründigen Inhalt habe ich nicht erwartet und überrascht wurde ich in der Hinsicht nicht. Aber ein bisschen mehr Einfallsreichtum hätte man durchaus bieten können, sehr unschön wie stupide die Gespräche verlaufen. Da hätte ich von Craven mehr erwartet. Die üblichen "Hier wird niemand mehr sterben." bis zu "Wir werden alle sterben.", "Wir können sie nicht zurücklassen." sind in erschreckender Häufigkeit zu hören.

Fazit: Alles in allem war der Film unterhaltsam, unfassbar brutal, spannend, düster, hat dafür aber deutliche Schwächen. Zum einen die Dialoge, zum anderen wie schon im ersten Teil die teilweise blödsinnige Story. Gorehounds und Splatterfans wie ich werden den Film genießen können und ihren Spaß daran haben,alle anderen sollten dringend ihre Finger von "Hills have eyes 2" lassen. Insgesamt ein bisschen schlechter als der erste Teil, trotzdem akzeptabel. 6 Punkte von mir. Euer
Don 

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