Review

Nachdem man das Original von 1977 erfolgreich geremaked hat, ist nun " Todestal der Wölfe " dran. Damals führte Wes Craven Regie, für " The Hills have Eyes 2 " schrieb er zusammen mit seinem Bruder Jonathan das Drehbuch und wirkte obendrauf bei der Produktion mit. Was ich schon lange nicht mehr erlebt habe, ist hier eingetreten und zwar ist das Remake wesentlich besser als das miese Original, kommt aber nicht an die Leistung von Alexandre Aja heran. Aber auch Regisseur Martin Weisz ist kein Neuling in diesem Genre, denn er inszenierte ein Jahr zuvor den Schocker " Rothenburg ". Hier beweist er durchaus Talent, wenn doch bloß die Story etwas besser wäre. Am Budget hat es auf jeden Fall nicht gehapert, obwohl er weniger zur Verfügung hatte, als Aja für sein Remake. Nur hoffentlich ist jetzt Schluss, nicht dass es auch noch ein Remake von " Mindripper " gibt, dem inoffiziellen dritten Teil der Reihe, das muss nun wirklich nicht sein.
Story:
Nach den grauenhaften Erlebnissen der Familie Carter wurde das Gebiet, gennant Sektor 16, von Soldaten gründlich gereinigt. Doch ein paar Mutanten haben überlebt, welche nun dringend Nachwuchs benötigen. Das dort stationierte Forschungsteam wird grausam abgeschlachtet und bald verirrt sich auch eine kleine Gruppe von Marines in diese Gegend, unter ihnen auch zwei Frauen. Die Mutanten wittern ihre Chance und bringen Einen nach dem Anderen um. Zudem verläuft sich die kleine Gruppe in den Bergen und der einzige Weg zurück führt durch die Höhlen. Doch dort wetzen die Bergbewohner schon die Messer.

Wie ich es erwartet habe, ist die Story nur im minimalen Maße vorhanden und dient nur als kleiner Lückenfüller zwischen den schnörkellosen Horrorsequenzen. Schlecht ist der Film auf keinen Fall, auch wenn viele Bewertungen hier darauf hindeuten mögen, aber das Genre wird auch nicht neu dadurch definiert. Wenigstens ein bisschen Innovation hätte deutlich gut getan, aber selbst Craven scheint nichts mehr eingefallen zu sein. Die verschiedenen Charaktere bleiben ziemlich oberflächlich und erfüllen die Klischees einer üblichen Einheit. Der Sergeant schleift seine armen Rekruten, beleidigt sie, es gibt einen Querulanten im Team der leicht ausrastet und das Nesthäkchen entpuppt sich bald als Held. Wer hier überlebt kann man nach kurzer Zeit ausmachen.
Richtig gut geworden ist die Kulisse. Die verlassene Landschaft, die bedrohlichen Berge und schick ist die Idee mit den kleinen Erdlöchern, in die die Bergbewohner ihre Opfer ziehen. In den dunklen Höhlen kann auch Spannung in hohem Maße aufkommen. Der Score hält sich stark an das Vorgänger Remake und übernimmt auch einige Sounds davon.
Punkten kann der Film zudem mit einer sehr temporeichen Umsetzung, es wird nicht lang gefackelt, denn zu Beginn wird das kleine Forschungsteam abgeschlachtet und kurz darauf sind schon die Marines da und werden den Mutanten zum Fraß vorgeworfen. Nur davor die kleine Schießübung mit der wackeligen Handkamera fand ich nicht so prickelnd. Aber sobald man in dem Camp angekommen ist, beginnt das Gorefest. Blutige Einschüsse, abgehackte Körperteile, Flug aus luftigen Höhen mit sehr unsanfter und blutiger Landung, Bajonett in den Kopf, Vergewaltigung, eben das volle Programm um den Gorefan zufriedenzustellen und " The Hills have Eyes 2 " steht dem Erstling hier in nichts nach. Die F/X sind sehr professionel in Szene gesetzt, genauso wie das Make up der Mutanten. Gut platzierte Schocks gibt es nur selten und auch die Spannung ist am Schwanken, aber langweilig wird es hier nie, denn es passiert ständig etwas.
Außer Michael Bailey Smith, welcher wieder einen der Mutanten mimt, sind mir die restlichen Darsteller gänzlich unbekannt. Aber alle agieren auf gutem durchschnittlichen Niveau, es besteht kein Grund zur Klage.

Fazit:
Viel besser als " Todestal der Wölfe ". Schnörkellose und blutige Hetzjagd durch eine sehr bedrohliche Kulisse. Die Story ist leider schwach und viele Klischees werden erfüllt, neue Ideen sind rar. Den Darstellern kann man keinen Vorwurf machen und auch Regisseur Weisz nicht. Die Umsetzung ist rasant, ziemlich spannend und mit vielen blutigen Goreeffekten versehen.
Sehr unterhaltsam, aber hier hätte man noch mehr daraus machen können.

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