Review

Stetiges Versequeln ist gerade mal wieder Trend im Horrorkino, „Saw“ z.B. gibt’s mittlerweile jährlich und auch „The Hills Have Eyes 2“ wurde binnen Jahresfrist nachgeliefert.
Immerhin versucht man den ersten Teil nicht einfach nur zu kopieren, keine ahnungslose Familie tapst in die Mutantenfalle, stattdessen hat das Militär aus Erzählungen der Überlebenden spitzgekriegt, was im ehemaligen Atomtestgelände abgeht und beginnt auf Mutantenjagd zu gehen. Doch ein zum Teil aus Wissenschaftlern bestehender Trupp wird zu Beginn des Films verhackstückt, also ist klar: Nun ist mal ein Militärtrupp dran, sich mit den Verstrahlten zu messen.
Besagte Truppe sieht man dann zu Beginn des Films im Kampf, was sich natürlich als Übung herausstellt – so wie zig B-Actionfilme Ende der 80er/Anfang der 90er anfingen. Doch das Geballer ist immerhin ganz nett gemacht, wenngleich inspirationslos; wer das große Vorbild nicht an den Bildern erkennt, der kriegt auch noch direkt den „Black Hawk Down“-Gedächtnissound um die Ohren geklatscht. Die Jungs und Mädels sind noch in der Ausbildung, sollen aber Nachschub zu besagtem Trupp im Testgelände liefern.

Als sie dort ankommen, ist keine Menschenseele vorzufinden, nur über Funk empfangen sie einen Hilferuf aus den felsigen Hügeln. Zwei Soldaten müssen zurückbleiben, der Rest geht auf Rettungsmission, doch natürlich haben die Mutanten noch ein Wörtchen mitzureden...
Mit der Militäreinheit wäre natürlich die Option auf ein putziges „Predator“ Rip-Off in greifbarer Nähe, doch dafür bietet „The Hills Have Eyes 2“ dann leider nicht genug Action. Die vorhandenen Kampfszenen sind nett gemacht, ähnlich wie bei „Die letzten Amerikaner“ ist die Munition knapp, also wird nicht nur mit der Schusswaffe, sondern auch im rohen Nahkampf gegen die verstrahlten Unholde vorgegangen. Enttäuschend kurz fällt der Showdown aus, saftig ist die Prügelei mit dem Papa-Mutanten ja, aber als Finale dann doch etwas dürftig.

Mit den wehrhaften Soldaten ist „The Hills Have Eyes 2“ dann aber auch für reinrassiges Terrorkino nicht geeignet, auch wenn es einige in der Truppe bald mit der Angst zu tun bekommen. So hat „The Hills Have Eyes 2“ nur wenige gute Schockeffekte zu bieten, dazu dann noch eine gute Portion Derbheiten, denn gemetzelt wird hier ordentlich. Wie der Vorgänger geht „The Hills Have Eyes 2“ dabei dann aber gelegentlich ins Geschmackslose über, gerade die Szenen um die Vermehrung der Mutanten sind doch etwas daneben.
Doch immerhin ist die Chose einigermaßen flott inszeniert, dank der kurzen Laufzeit gibt es nicht viele Längen. Auf wirklich Spektakuläres muss man dabei zwar verzichten, doch der Überlebenskampf hat schon seine nette Passagen wie die Kletterpartien oder Fights gegen die Mutanten. Diese sind ganz nett designt, gerade der Übelwicht mit der Tarnhaut zeugt von Phantasie. Auch ganz nett sind Szenen, in denen „The Hills Have Eyes 2“ Klischees auf die Schippe nimmt, z.B. dass jeder, der ein Bild oder Video seiner Kinder anguckt, kurz darauf hopsgeht.

Einfallsreich ist „The Hills Have Eyes 2“ trotz solch netter Ideen dann aber nicht, denn man merkt man schon den Einfluss diverser Vorbilder. Neben den bereits erwähnten („Black Hawk Down“, „Die letzten Amerikaner“) und dem ersten Teil ist noch „Full Metal Jacket“ zu nennen, denn der Drill Sergeant hat fast identische Sprüche mit seinen Pendant aus dem Kubrick-Film auf den Lippen. Zudem ignoriert man besser die immer wieder anfallenden Logiklücken (z.B. die Gründe, warum sich immer wieder Leute von der Truppe entfernen) und die Tatsache, dass die Charaktere größtenteils Stereotypen sind (der Hitzkopf, der Schlaumeier, die Mutter usw.).
Darstellerisch ist dann trotz der wenig einfallsreichen Figuren alles im grünen Bereich, preisverdächtig spielt keiner, aber die Rollen werden doch recht überzeugend rübergebracht. Wirklich bekannte Gesichter sind nicht dabei, allenfalls Hüne Michael Bailey Smith als einer der Mutanten ist ein wenig bekannter, zumindest für B-Film-Fans.

Alles in allem ist „The Hills Have Eyes 2“ ganz nett für zwischendurch, dank einiger Schauwerte. Jedoch bietet er zuwenig Terror für die Horrorfans und zu wenig Action für die Ballerfraktion, um wirklich vollends zufrieden zu stellen. Es bleibt passables, ordentlich inszeniertes Gemetzel, wenngleich nicht immer geschmackssicher.

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