Review

Das ein Sequel zum grottig schlechten ersten Teil von „The Hills Have Eyes“ irgendwann auf das goregeile Publikum losgelassen werden würde, war nur eine Frage der Zeit. Die überwiegend positive Resonanz auf das Remake von Cravens Original (1977), bei dem Alexandre Aja (Regisseur bei „High Tenision) das Sagen am Set hatte, sollte auch für den zweiten Teil der verstrahlten Kannibalen in der Wüste, für ordentliche Einnahmen an der Kinokasse sorgen. Bei

„The Hills Have Eyes 2“

nahm diesmal der deutsche Martin „Rothenburg“ Weisz auf dem Regiestuhl platz. Das sollte schon mal nichts Gutes heißen. Zudem kam ein Craven Familienkomplott mit ins Spiel, denn Wes’ und sein Sohn Jonathan schrieben innerhalb von einem Monat das Drehbuch. Ganz schön lange für den aneinandergestümperten Mist, den man nicht wirklich als Story bezeichnen kann:

Großes Close-Up auf ein schreiendes Frauengesicht. Schnell kommen wir zur Totale selbiger und der Zuschauer muß konstatieren, dass die Gute gerade in der Niederkunftsphase steckt und auch schon ein Ärmchen aus dem Geburtskanal dem Publikum entgegenwinkt. Schnell stellt sich heraus, dass die junge Frau Opfer der bekannten Mutantenbrigade mit kannibalischen Tendenzen aus der Wüste zum Opfer gefallen ist. Das erklärt nicht nur das abscheulich aussehende todgeborene Balg, sondern auch der grunzende Hühne mit Buckel, der ihr nen ordentlichen Schwinger verpasst.
Schauplatzwechsel: Eine Gruppe von Soldaten der Nationalgarde, sollen technisches Gerät an einen Außenposten in der Wüste liefern. Dort treiben sich Atomwissenschaftler rum, die die Gegend nach Radioaktivität erforschen (Wir erinnern uns, dass unsere Kannibalenmutanten durch Radioaktivität zu dem wurden was sie nun sind). Tja, das Lager ist leer und schon bald finden unsere Soldaten ein paar übelst zugerichtete Kadaver. Doch plötzlich empfängt unser unterbelichteter Soldatentrupp ein Notsignal und damit fängt der ganze Schlamassel so richtig an...
Der Notruf wurde nämlich nicht von einem überlebenden Wissenschaftler gesendet, sondern von den verstrahlten Wüstenkannibalen. Intention derer ist es diesmal nicht nur Menschenfleisch zu fressen, sondern auch die Damen als Gebärmaschinen zu benutzen. Ja, selbst unseren verstrahlten Hohlköppen aus der Wüste New Mexicos, kommt der Sinn und Zweck des Inzesttabus langsam ins Hirn...

Ja, das ist wieder mal ein Plot der keine Wünsche hinsichtlich Logiklöcher offen lässt. Ein durchaus lustiges Gedankenspiel von den Cravens, die Mutanten als Hirnis mit Faible für praxisorientierte Genforschung darzustellen. Der Haken an der Sache ist, dass Martin Weisz „THHE 2“ viel zu seriös inszeniert und an den unpassendsten Stellen komische Elemente verbaut. Das mal wieder Soldaten gegen menschfressende Bestien antreten müssen ist alles andere als ein Novum, doch hätten in diesem Kontext einige ironische Seitenhiebe auf das Genre „THHE 2“ gut getan! Hier wird mal wieder versucht Bierernst zu Inszenieren, was in unfreiwilliger Komik und Lächerlichkeit mündet. Der Spannungsbogen ist somit gleich Null und kann nur stellenweise durch akzeptable Effekte kompensiert werden.
Gesplattert wird zumindest ganz ordentlich und das auch in überwiegender Handarbeit- Immerhin ist das heutzutage nicht mehr selbstverständlich und könnte „THHE 2“ als Pluspunkt angerechnet werden, doch macht die Story des zweiten Teils, einen Quantensprung ins Bescheuerte, gemessen am Vorgänger (Ja, das geht- Ich konnte es auch nicht glauben!!!).
Die Atmosphäre bleibt völlig auf der Strecke und der Ekelfaktor, trotz guter Effekte hält sich stark in Grenzen. Selbst die Geburtsszene zu Beginn, kann einem nur ein Schmunzeln entlocken, weil das Mutantenbalg doch stark an das Zombiebaby aus „Braindead“ erinnert. Auch die „Ich versteck mich im Klo“ –Nummer ist eher belächelnswert, als das sie einen anwidern könnte. Hinzu kommen dann die plattesten Dialoge und schlechtesten Schauspieler, die die Welt seit langem gesehen hat, sodass man einfach nur noch auf die Vorspultase des DVD-Players drückt, um nicht ins spontane Hirnkoma zu verfallen.

Fazit:
Unterm Strich kann man sagen das „THHE 2“ höchstens was für den Gorehound und Splatterfreak ist. Dennoch werden sich auch diese den Streifen wohl nur einmal zu Gemüte führen, weil er abgesehen von den paar passablen Effekten stinklangweilig ist.

In diesem Sinne freuen wir uns auf Teil 3...

1 Punkt

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