Gerade einmal 12 Monate haben Horrorspezi Wes Craven („A Nightmare on Elm Street“, Scream“) und sein Filius Jonathan gebraucht, um ein denkbar überflüssiges Sequel zu ihrem fragwürdig inszenierten Remake „The Hills have Eyes“ aus dem Boden zu stampfen, von der Regie dann aber doch lieber die Finger gelassen und stattdessen Martin Weisz installiert, der hierzulande mit „Rohtenburg“ eher versehentlich Schlagzeilen geriet und drüben nicht mehr als Dienst nach Vorschrift verrichtete.
Gemäß der allseits bekannten Genreregeln, muss eine Fortsetzung natürlich mehr Action, mehr Tote mehr Blut und mehr Ekel bereit halten, um noch einen drauf zu setzen, dabei aber nicht über das intelligenteste Drehbuch verfügen. Erwartet allerdings auch niemand, denn nun verirrt sich eine Horde unfähiger Nationalgardisten in die Wüste, wo die inzestiöse Mutantenbrut bereits darauf wartet die Keulen zu schwingen und die weiblichen Mannschaftsmitglieder als Fortpflanzungsmaschinen grob 9 Monate ans Bett zu fesseln.
Von der Spannung und Atmosphäre des Vorgängers bleibt nichts mehr übrig, wenn die Soldaten nach dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip in den Hügeln abgeschlachtet und vergewaltigt werden. Trotz der unangenehm klaustrophobisch designten Höhlensysteme, in die sich die Opferlämmer dummerweise hineinwagen, verlässt sich Weisz vornehmlich auf die Zurschaustellung möglichst saftiger und unappetitlicher Szenen, um die Gore-Fraktion ruhig zu stellen und den Rest abzuschrecken. Eine finessenreiche Inszenierung sieht anders aus, war hier aber offensichtlich auch nicht gefragt und so kapituliert „The Hills Have Eyes II“ schließlich in graphisch möglichst geschmacklosen Bildern vor der fehlenden Raffinesse von Regisseur und Autoren, die freudestrahlend in Gedärmen, abgehackten Gliedmaßen und offen gelegten Gehirnen waten.
Fazit:
Wer den Erstling mochte, wird vermutlich auch hier ganz großartig bedient, der Rest sollte darum lieber einen großen Bogen machen. Mir persönlich fehlt der Zugang zu diesen sich ausgiebig und genüsslich an Todeskämpfen aufgeilenden Gewaltpornos, die nichts außer expliziter Brutalität und Sadismus zu bieten haben. Die Masche scheint momentan aber noch, wie die Einspielergebnisse der „Saw“- und „Hostel“ - Klone beweisen, sehr gut an den Kinokassen zu funktionieren, so dass intelligent inszenierte Genreware wie das atmosphärische Suspensehighlight „The Descent“ wohl leider weiterhin Seltenheitswert genießt. Wer abgestumpft genug ist, um sich an dieser geballten Ladung Geschmacklosigkeit aufgeilen zu können, bitteschön. Bestätigt allerdings nur wieder die allgemeinen Vorurteile hinsichtlich der meisten Horrorfans.