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Eine Gruppe Soldaten soll ein paar Ausrüstungsgegenstände zu einem entlegenen amerikanischen Außenposten des Militärs bringen, findet das Lager jedoch verlassen vor. Sie beginnen mit einer Suchaktion, müssen dann jedoch feststellen, dass ihre Kollegen von einer Horde atomar verstrahlter Mutanten überfallen wurden, die ihre männlichen Opfer töten und die weiblichen vergewaltigen, um frisches Blut in ihre inzestuöse Familie zu bringen. Nun sind sie selbst in Lebensgefahr.

"The Hills Have Eyes" unterhielt trotz der nicht allzu innovativen Story vor allem wegen der dichten Atmosphäre, die Alexandre Aja vor allem durch optische Mittel und schwer zu verdauende Gewalt- und Splatter-Szenen erzeugte und so entstand ein Horrorfilm, der durchaus ein wenig aus der Dutzendware aus wenig beachteten Kinofilmen und stereotypen Videothekenmüll herausstach. Dass quantitativ wohlwollend dosierte Splatter-Sequenzen allein, die natürlich zum reinen Selbstzweck verwendet werden, noch keinen guten Horrorfilm ausmachen, scheint Martin Weisz, Regisseur des Sequels, der in Deutschland bereits mit "Rothenburg" für Aufsehen gesorgt hatte, nicht so richtig verstanden zu haben.

So erreicht "The Hills Have Eyes 2" bei Weitem nicht die Schonungslosigkeit des Vorgängers. Die Charaktere sind noch blasser konstruiert, als es bei Ajas Werk der Fall war und die Handlung ist ebenso kalkulierbar, sodass auch hier eine wirklich innovationslose Story zustande kommt, die kaum zu überzeugen weiß.

Bei der Umsetzung zeigt Weisz allerdings auch erschreckend wenig Versuche, einen Hauch von Innovation in den Film zu bringen. Die Atmosphäre ist bei Weitem nicht so dicht, wie die, die Aja im Vorgänger kreierte, dafür wird die Kulisse der surreal schönen Wüstenlandschaft viel zu selten ausgespielt, weswegen Weisz von noch mehr Stereotypen Gebrauch macht, um zu retten, was zu retten ist. Dies läuft im Endeffekt darauf hinaus, dass kalkulierbare und damit wenig überraschende Schockmomente Verwendung finden und auf eine enge Höhlenkulisse zurückgegriffen wird, die jedoch kein klaustrophobisches Grundgefühl aufkommen lässt, vielmehr wird so auch der letzte Reiz des ersten Teils null und nichtig.

So bleibt ein Stück unauffälliger Dutzendware, die allerhöchstens noch aufgrund der quantitativ wohlwollend dosierten Splatter-Szenen unterhält, wobei auch diese bei weitem nicht so drastisch ausfallen, wie im Vorgänger. Es fließt zwar noch mehr Blut, aber die bedrückende Intensität der Vergewaltigung oder der Entführung des Babys im ersten Teil wird zu keinem Zeitpunkt wieder erreicht und der Versuch, diese zahlreichen Unzulänglichkeiten mit einem Schuss Eigenironie zu kaschieren, zeigt nur noch deutlicher, wie mittel- und innovationslos Weisz seinen Horrorfilm versiebt.

Der Cast ist nicht so namenhaft besetzt, wie im ersten Teil, was den Qualitätsunterschied noch deutlicher hervorhebt, aber wirklich negativ fällt keiner der Darsteller auf, so gibt es wenigstens hier kaum Gründe zur Beschwerde.

Fazit:
Zwar sind die Splatter-Szenen diesmal quantitativ wohlwollender dosiert, als beim Vorgänger, sind jedoch bei Weitem nicht so intensiv, drastisch und schockierend, während auch die Atmosphäre zu keinem Zeitpunkt wirklich bedrückend dicht wird. So handelt es sich bei "The Hills Have Eyes 2" im Endeffekt um austauschbare Fließbandware, die mit ihren zahlreichen Stereotypen nicht mehr als gepflegte Langeweile zu bieten hat.

36%

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