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Nachdem im ersten Teil eine nichts ahnende Familie ins Fadenkreuz degenerierter Kannibalen geraten war, geht es in dieser Fortsetzung des Remakes eines Films von 1977 um eine Militär-Spezialeinheit, die unvorbereitet in das Gebiet der Psychopathen vordringt und auf äußerst drastische Weise von ihnen dezimiert wird.

Von der immerhin formalen Souveränität des Vorgängers bleibt bei diesem Fließbandprodukt nichts mehr übrig. Weder die Story noch die Gewaltszenen bieten irgendeine originelle Idee, sondern spulen das längst bekannte Splatter-Programm nach Schema F ab. Dazu gehören dann auch ständige Kameraperspektiven aus Sicht der beobachtenden Mörder, Freunde, die sich gegenseitig unabsichtlich erschrecken, und ein Sterbender, der unheilvolle letzte Worte zusammenbrabbelt.

Darüber hinaus wirken viele Details eher belustigend bis lächerlich. Dass es eine eigentlich schwer bewaffnete Armeeeinheit den Hinterwäldlern so leicht macht, grenzt schon an pure Dummheit. Bei jeder Gelegenheit trennen sich die Überlebenden, um wieder allein zu sein und ein gutes Angriffsziel zu bilden. Und selbst die marginale Schlusspointe hat man weiß Gott schon oft genug gesehen.

Über die inhaltliche Leere hinaus bietet der Film aber auch inszenatorische Schwächen: Die Passagen in den Minenschächten sind derart dunkel gefilmt, dass es beinahe an Selbstzensur grenzt - was dann den eigentlichen Mittelpunkt des Films behindert. Dass es hier nämlich einzig und allein darum geht, möglichst blutige und grausame Gewaltexzesse zu inszenieren, liegt schnell auf der Hand. Auf eine tiefergehende Handlung wird von Anfang an verzichtet, um den Splattereffekten mehr Platz einzuräumen. Der bierernste Ton, in dem dann gemordet und gequält wird, macht das Ganze aber eher voyeuristisch-grausam als unterhaltend. Und am Ende entwickelt sich "The Hills have Eyes 2" schon beinahe zu einem altmodischen Rape-and-Revenge-Film - was man positiv oder negativ sehen kann.

Zusammenfassend ist der zweite Teil um die mordenden Verstrahlten ein durch und durch uninteressantes Werk. Nichts ist wirklich schlecht gemacht, man spürt, dass die Macher ihr Handwerk verstehen. Man spürt aber auch, dass sie sich nicht sonderlich viel Mühe gegeben haben. Weder gut noch übermäßig schlecht, ist "The Hills have Eyes 2" ein Film, den man getrost verpassen kann.

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