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Unheimlich, aber auch extrem kryptisch. Der Horror entfaltet sich nur sehr langsam, auch weil einfach zu viel los ist in diesem Irrgarten aus Geheimnissen, Verbindungen und Aberglaube. Da sind übertrieben viele Puzzleteile, die es zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzufügen gilt. Auch wirkt der Dokufilm sehr episodenhaft, da seine Aufnahmen über einen langen Zeitraum "entstehen" und aus den unterschiedlichsten Quellen stammen, weshalb manche Passagen schön unheimlich sind und andere befremdlich schrill und fast albern anmuten. Ebenso schwierig ist die japanische Schauspielkunst: Manche Darsteller wirken zu unterkühlt und andere - wie etwa der anstrengende Spinner in seinem Alufolienfummel - agieren für unsere Gewohnheiten aufgesetzt, fast karrikaturhaft, also mies. Found Footage Spezi Shiraishi erreicht mit NOROI solides Mittelmaß.