Review

Ein reicher Mann lädt zusammen mit seiner Frau fünf fremde Menschen zu einer gemeinsamen Nacht in einem Geisterhaus ein, wobei den Bleibenden bzw. Überlebenden eine hohe Geldsumme winkt.

William Castle schuf mit der Geschichte um Hunted Hill einen kleinen Horrorklassiker, der immer wieder gerne aufs Korn genommen wird (z.B. bei den Simpsons) und ein wesentlich uninteressantes Remake mit sich zog. Die Story stellt sich jedoch nicht als reiner Gruselhaushorror heraus, sondern bietet zudem augenzwinkernden Humor, der wirklich Spaß macht.
Der Film beginnt mit einer Vorstellung der Figuren durch den ins Bild schwebenden Kopf des von Vincent Price dargestellten Millionär, von denen jeder in einem Leichenwagen zu dem Geisterhaus gefahren werden. Da hätten wir einen Testpiloten, der sich schnell als Held des Ganzen entpuppt, eine Mitarbeiterin in einer Firma des Millionärs, wobei sich zwischen diesen beiden Gästen zügig eine engere Beziehung entwickelt, eine Kolumnistin einer Zeitung, einen Psychiater und den Vermieter des Gemäuers, der dem Alkohol augenscheinlich nicht abgeneigt ist. Alle diese Gäste können das Geld aus unterschiedlichen Gründen sehr gut gebrauchen, doch nicht jeder ist aus dem Motiv zugegen, wie es anfangs den Anschein hat. Dies sorgt dann im weiteren Verlauf der Handlung für allerhand gut durchdachter Wendungen, so dass bis zum Schluss an keiner Stelle Langeweile aufkommt. Zudem gibt es immer wieder pointenreiche Dialoge, wobei besonders die Gespräche zwischen dem Millionär und seiner Frau überzeugen, die sich gar nicht grün sind und einer dem anderen nach dem Leben trachtet. Auch die darstellerischen Leistungen sind ausgesprochen gut, wobei mir die Darbietung des Vermieters etwas zu überagierend ist und Vincent Price ist natürlich wieder mal göttlich und darf zudem in mehreren Szenen erheiternden direkten Kontakt zum Zuschauer aufnehmen.
Das Geisterhaus mit seinen vielen verschachtelten Räumen und Geheimgängen ist der ideale Schauplatz für den Gruselreigen und wie wir erfahren hat es dort in der Vergangenheit sieben Morde gegeben, was sieben Geister zur Folge hat, also praktisch für jeden Hausierer einen. Und es tut sich einiges Geisterhaftes im Laufe des Streifens. So gibt es neben knarrenden Türen und Lichtblitzereien Kronleuchter, die von der Decke krachen, von oben tropfende Blutlachen, eine blinde, durchs Haus schwebende Frau, einen Kopf im Koffer, eine Säuregrube, die nur Knochen übriglässt und vieles mehr. Natürlich werden solche Dinge heute niemanden mehr ernsthaft gruseln, aber ich denke mal, dass dies damals seine Wirkung beim Publikum nicht verfehlt hat.
Regisseur William Castle war dafür bekannt, dass er bei den Vorführungen seiner Werke gerne mal mit besonderen Gimmicks aufwartete und solche sind dann auch über den gesamten Film verteilt, wie die bereits erwähnte Anfahrt im Leichenwagen oder kleine Särge, die für jeden der Gäste einen Ballermann bereithalten.

Insgesamt ist "Das Haus auf dem Geisterhügel" ein äußerst unterhaltsamer Geisterhausfilm, der zwar nicht ernsthaft gruselt, aber eine Menge Freude bereitet und mit seinen überraschenden Wendungen und Ideen durchweg bei Laune hält.

Details
Ähnliche Filme