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In Mr. Magoriums Wunderladen ist nichts so, wie man es von anderen Spielzeugläden gewohnt ist: Hier herrschen nicht die Gesetze der Physik, sondern die Macht der Fantasie. Und so springen Bälle den ganzen Tag von allein herum, verstecken sich freche Flummies in Einkaufstüten und kommen gewünschte Spielsachen direkt aus den Bestandsbüchern heraus. Doch weil Mr. Magorium schon sehr alt ist, möchte er den Laden in den Besitz seiner Mitarbeiterin Mahony übergehen lassen. Die ist davon überhaupt nicht begeistert - genau wie der magische Spielzeugladen.

In der knallbunten Kinderbuchverfilmung glänzen Dustin Hoffman als quirlig-überdrehter Spielzeugmacher, der schon für Napoleon Spielsachen herstellte und so gut wie alles im Leben gemacht hat außer von einem Münzfernsprecher zu telefonieren, und Natalie Portman als seine junge Angestellte und Schülerin in Sachen Magie. Zusammen mit dem restlichen, sehr sympathischen Cast tragen sie die Geschichte über die Kraft der Fantasie und des Glaubens, die über alle Tiefpunkte hinweg helfen können.

Neben den superb agierenden Darstellern sind es vor allem die Spezialeffekte, die dem Film Leben einhauchen. Hier zeigt sich wirklich einmal, was modernste Computer-Tricktechnik leisten kann: Dank der grandiosen Effekte ersteht vor den Augen des Zuschauers eine bonbonbunte, vor Details und Ideenreichtum überquellende Fantasiewelt, in der Papierflieger tagelang durch die Luft segeln, Holzmodelle von Dinosauriern mit Luftballons spielen und Tintenfische aus einem Bilderbuch über Ozeane heraus springen. Das alles wird mit so leichter Selbstverständlichkeit erzählt, dass es eine wahre Freude ist, wenn Hoffman seinem Zebra befiehlt, "die Hufe vom Kühlschrank zu lassen" oder er auf einer Mitgliederversammlung mit einem Gummihammer um Ruhe bittet. Genau diese Detailversessenheit ist es, die den Film letztlich rundum überzeugend macht.

Doch im Gegensatz zu vielen anderen modernen Hollywood-Werken wird hier über der visuellen Fülle nicht der Inhalt vernachlässigt. So erzählt "Mr. Magoriums Wunderladen" auf erstaunlich leichtfüßige Weise eine kindgerechte, deshalb aber für Erwachsene keinesfalls langweilige Geschichte über den Glauben an sich selbst und daran, dass es mehr auf der Welt gibt, als wir mit bloßen Augen sehen können; er singt ein Hohelied auf die unbändige, oft unverstandene und fälschlicherweise eingeengte Kraft kindlicher Fantasie; und wie nebenbei führt er auch jüngere Zuschauer auf sensible und äußerst kluge Weise an das schwierige Thema Tod heran.

Mag sein, dass gegen Ende ein oder zwei etwas zu kitschig geratene Szenen vorkommen, und auch die Musik ist mitunter etwas zu penetrant. Solche Kleinigkeiten verblassen aber angesichts der visuellen Fülle und inhaltlichen Intelligenz und Eleganz, mit der hier die verschiedenen Themen angerührt werden. So ist "Mr. Magoriums Wunderladen" nicht nur ein pädagogisch wertvoller Film, sondern darüber hinaus ein ebenso warmherziges wie lustiges Plädoyer für die Freiheit der Fantasie, in dem nicht nur Dustin Hoffman - seines Zeichens Spielzeugerfinder, Fan von Wundern und passionierter Schuhträger - vollends überzeugt. Ein unterhaltsamer und kluger Spaß für die ganze Familie!

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