Review

Tom had said he wanted each film to have a different style. I decided to really focus on the character Ethan Hunt. I have always been a big fan of Cary Grant’s films in the ’60s. He always had a good sense of humor, very classy and very cool, and I wanted to bring that to Ethan Hunt. I wanted to make Tom Cruise the modern-day Cary Grant. Since I didn’t have to follow the style of the first Mission: Impossible, I was able to achieve it by adding those elements into creating Ethan. I wanted him to be very active and energetic and to have long hair which would make him look very cool during slo-mo. During filming, I felt like I was filming an idol instead of a secret agent.

"I suggested for him to use two guns. Tom was concerned about the amount of shooting in the film as he wanted to keep it PG-13 rather than R. He didn’t want it to be so violent. Later, the stunt team told him, ‘You don’t use two guns, why would you want John Woo to direct it?’ I had also reassured him that I would make him look very good and be mindful of the amount of shooting. He finally agreed and I remember him sliding out with two guns. Before I could say anything, Tom came to me and said, ‘That was awesome, can I do more of that?’ He didn’t want to look like Chow Yun-fat from my films, but he was a great admirer of Bruce Lee and wanted to do something like the style of Bruce Lee during the final battle.(...) Something that I am really proud of is that we successfully tailored some of the best action sequences for Tom as Ethan. This provided a very good foundation for him to build his character and try to tackle more and more breathtaking and fantastic stunts which then shaped into this massive and successful global franchise. He was able to bring his fans a better and better spectacle for every film.

~ John Woo

Weitere Bewährungsprobe von John Woo in Hollywood, erst vergleichbar kleinere Projekte, nun die Blockbuster angestrebt, die Frage der Inszenierung, die Wahl der Mittel und die Übertragung des Stils aus dem Osten in den Westen hier eindeutig mit das oberste Ziel. Dass der Filmemacher visuell besser aufgestellt war als narrativ, sieht man dabei immer wieder, in mancherlei Arbeiten funktioniert das Motto des Optischen über dem Materiellen blendend, hat man Hilfe durch entsprechend darauf achtende Autoren, in manchen Werken wird man nur geblendet und bekommt bloß einzeln hervorstechende Szene oder Szenenblöcke zu besichtigen, allen voran die Actionstücke, daneben oft (für den westlichen Zuschauer) übertriebene erscheinende Emotionen. Hier nicht auf den Spuren De Palmas, sondern die Fortsetzung erneut mit einer eigenen Handschrift versehen, ein durchaus gutes und probates Mittel, die Reihe anfangs am Aufbau zu Halten und am Glühen, wurde die zweite Hälfte des Franchises doch einem Regisseur überlassen, was anfangs gut ging, später nicht mehr und auch keinerlei Eigenarten hervorbrachte, Teil 1 bis 4 unterscheiden sich jeweils deutlich, ab dann watet man die Steilküste entlang und zu sehr Richtung offenes Meer:

In Sydney schickt der Biogenetiker Dr. Vladimir Nekhorvich [ Rade Šerbedžija ] eine Nachricht an den IWF für Dimitri (Ethan Hunts Deckname), seinen alten Freund, und warnt davor, dass sein Arbeitgeber, Biocyte Pharmaceuticals, ihn gezwungen habe, eine biologische Waffe, das Chimera-Virus, zu entwickeln, um von dem Heilmittel Bellerophon zu profitieren. Er injiziert sich selbst das Virus und trägt Bellerophon in einer Tüte. Auf dem Weg nach Atlanta wird jedoch der IWF-Agent Sean Ambrose [ Dougray Scott ], der als Dimitri verkleidet war, abtrünnig, verrät Nekhorvich, setzt Schlafgas gegen alle an Bord ein, stiehlt Bellerophon und springt aus dem Flugzeug, bevor es in die Rockies stürzt. In Sevilla informiert IWF-Direktor und Mission Commander Swanbeck [ Anthony Hopkins ] Ethan über Ambroses Taten, beauftragt ihn mit der Bergung von Chimera und Bellerophon und Nyah Nordoff-Hall [ Thandiwe Newton ] zu rekrutieren, eine professionelle Diebin und Ambroses Ex-Freundin. Nicht bloß Ambrose, vor allem auch seine rechte Hand Hugh Stamp [ Richard Roxburgh ] werden bald misstrauisch.

Mit mehr Eindruck schinden und Ausrufezeichen, dem Ausnutzen des ein Drittel teuren Budgets, wird hier begonnen, mit Panoramen, mit dem MacGuffin hier, ein schneller Vorstoß, flink vom Start weg, Erinnerungen eingebunden, zwei merkwürdige Treffen, zwei unsichere Identitäten, ein Gespräch im Flieger als Einführung, eine größere Eröffnung, eine Flugzeugentführung. Ein Spiel mit vertauschten Mitteln, hier eine verdeckte Operation, damals im Erstling auch, wesentlich kleiner gehalten, hier mitten in der Luft, dort in einem Studio. Der Antagonist und seine Truppe wurde schon gezeigt, die Machenschaften, das Ziel der Ermittlungen, der anstehenden Operation, der Protagonist kommt anschließend ins Blickfeld, ins Spiel, frei schwebend in der Illusion, der erste von vielen Stunts, hier in die Titelsequenz mit eingebunden, dazu eine neue Technik, eine Zivilistin mit im Team, die erste von vielen Explosionen, wieder das Team Cruise und Wagner hinter der Produktion. Der Film ist deutlich das neue Jahrtausend, das Millennium, er könnte es nicht noch deutlicher sein, er ist in seiner eigenen engen Zeitkapsel abgeschnürrt und eingeengt und gefangen, er sieht komplett anders aus als der Vorgänger und auch der Nachfolger, ein langer Tanz hier, ein Umwandern, ein Umschmeicheln, ein Busseln und ein Bezirzen und Bewundern, es geht nicht um die Blicke wie bei De Palma, sondern um das Erzeugen von Attraktionen und Erregungen, um eigene und um andere bildtechnische Kreationen. Woo bedient sich dabei auch dem Genre, aber mehr in Richtung Diebeskomödie zu Beginn, eine Art Killer Target a.k.a. Once a Thief (die HK-Version von 1991), später mit anderen Mitteln und zu anderen Zwecken, auch eigene Klassiker werden zitiert, gerade beim Endkampf am Strand, ein bisschen ausgeruht auf eigene Erfahrungen, und Woo hat kein Skript von Koepp und Zaillian, er arbeitet mit anderen Texten, welche weniger Cleverness und Fintenreichtum beweisen und ihn allein mit seinem Desinteresse für Liebesgeschichten zwischen Männlein und Weiblein lassen.

Denn eine Romanze wird eingebunden, dem ist der Regisseur deutlich nicht gewachsen, aber deutlich auch nicht darauf fixiert, er nutzt das erhöhte Budget für seine 'Ausreden', eine wagnisreiche Autohatz in den Bergstraßen, ein Schliddern am Straßenrand, ein Beinahe-Absturz, der zweite schon, sexuell aufgeladen, aber auch daran ist der Regisseur nicht interessiert. Er kann das Filmen, es steht hier im Skript, es ist kein reiner 'Männerfilm'wie Harte Ziele (1993) oder Face/Off - Im Körper des Feines (1997) oder Operation: Broken Arrow (1996), auch wenn dort Frauen mitwirkten, waren es doch immer die Männer, die sich als Duellisten gegenüberstanden, die im Wettbewerb miteinander waren, getreu zu den HK-Filmen, die die Duelle boten; hier vergebens probiert, zu schwach die Nemesis, zu sicher die Handhabung und die Zeichnung von Hunt, die Führungsrolle von Cruise, einzig das Treffen mit Hopkins ist das erste wahrlich interessante, die erste halbe Stunde fast vorbei, "Are you listening to me?"; der Opener evaluiert, der Auftrag neu gezeichnet. Eine (Honig)Falle wird ausgelegt, das Ganze fast wie ein Pilotfilm geschrieben, mit erneuter Vorstellung, mit Einführung, mit Abwechslung, "Well, this is not Mission: Difficult, Mr. Hunt. It's Mission Impossible.", die Wahrheit beim Namen genannt, der Rest in Erotik und Exotik ertränkt, in Zartheit und Tänzelei, in Lebensrettung und perfekt aussehender Vernichtung. Die Fallhöhe wird errichtet, eine Symbolhaftigkeit, viel Metaphorisches, viel mit Schuld und Sühne, viel mit Erpressung gehandhabt, von mehreren Seiten, Emotionalität in höheren Sphären, persönlich und physisch und psychisch, der Mann hat sich verändert, ein schnelles Duzen, eine flotte Rekrutierung, der Name "Nyah" gleich mehrfach erwähnt, vor sich hingesprochen, eine fatale Dreiecksbeziehung.

Im zweiten Viertel wird es präsenter, die Höhle des Löwen betreten, infiltriert, ein Schauspielen im Film, ein Vortäuschen von Absichten und Ansinnen, das eigene Team hier fast kleiner als im Erstling, viel wird allein erledigt und gehandhabt, Schwachstellen ausgemacht, diesmal Australien unsicher und nicht den Ostblock als zentralen Schauplatz gemacht. Die Szenerien sind größer und edler, mit Verführung und entführung gleichzeitig wird gespielt, mit den Waffen der Frauen erst und dann den Waffen der Männer, Pistole, Granate, Fäuste und Fußtritte, mit Explosiva hantiert und Schnellfeuermunition, ein moderner Virus und eine archaische Legende, die Bad Guys in verschieder Rang- und Reihenfolge, eine linke Hand und eine rechte Hand, ein Finger in die Mangel genommen, fast abgeschnitten vom Knöchel an. Spätestens ab der Hälfte der Laufzeit an, hat Regisseur Woo trotz technischer Finesse, die vor allem im längeren Showdown in diversen Metaphern und Analogien sowie ausführlichen Stuntgeschehen mitsamt mehreren in Flammenbällen aufgehenden Fahrzeugen oder einfach weggeschossenen, glühend heiß durch die Luft wirbelnden Karosserien zum Ausdruck kommt, die Belange aufrecht zu erhalten. Die Spontanität der Gefühle von Hunt für seinen Undercover ist im Kontrast zum Erstling, eigentlich ist die ganze Figur völlig konträr, was auch im Dritten Teil - einer plötzlichen Ehe mit Jemand Anderem - zum Vorschein kommt, und der Hahnenkampf ist mäßig interessant; zumal die Frau sich breits für eine Seite entschieden hat(te), dieser Geschlechterkrieg ist passe und vorbei, das weiss nicht nur der Henchman ("A little bot of a creep and then some."), welcher im Übrigen mehr Präsenz als die eigentlich Nemesis beweist. Ein schlechtes Zeichen. Demnach: Ein Turteltäubchengehabe mit sich gegenseitig beobachten, auskundschaften, eine Infiltration, auch der Neue neben Rhames ist völlig farblos und bekommt keine eigene Funktionalität außer der schlichten Anwesenheit gereicht. Gerade auch die Szenerie beim Pferderennen wäre ideal für De Palma gewesen, wird aber auch von Woo gehandhabt, Blicke über Monitore, durch Ferngläser, mit Ablenkungen, mit herunterzählenden Countdowns, ein Experiment für ihn höchstens, eine Pflicht, für den Kollegen – welcher allerdings selber eine Fortsetzung verneint hat – wäre es die Kür.

Nähe wird hier gesucht, nicht die Distanz, der Hauptdarsteller in das rechte Licht gerückt, als strahlender Ritter mit nur einer Mission, in vielen Großaufnahmen, mit Tricks und Spielchen und Maskeraden dargereicht, dann erneut ein Heist, "misdirection over confrontation", ein ähnliches, aber anderes, ein dunkel gehaltenes Szenario, ein Wolkenkratzer samt Labor mitten in der Stadt, mit dem Vorwissen des Gegenübers, eine Präzisionsarbeit unter Aufsicht, ein Glaskonstrukt als Möglichkeit für Shootouts, für Funkenregen und Akrobatik, weniger für Bloodshed, ähnlich steril wie bei dem folgenden Paycheck (2003) oder dem vorherigen (TV-Pilotfilm) John Woo's The Thief (1996). Nicht bloß, dass der Film bis auf den tatsächlich treibenden Showdown, das Grandezza-Finale eklatant an Actionarmut leidet – selbst der Vorgänger hatte zu Beginn mehr zu bieten –, diese könnte mittig auch noch aus dem Fernsehen stammen, sie wird immer wieder durch Gerede unterbrochen und findet keinen einheitlichen Rhythmus, eine Anämie und eine Arrhythmie, der filmische Patient leidet, diese könnte mittig auch noch aus dem Fernsehen stammen, sie wird immer wieder durch Gerede unterbrochen und findet keinen einheitlichen Rhythmus, eine Anämie und eine Arrhythmie, der filmische Patient leidet. Darstellerisch wird sich bemüht, aber Woo war noch nie ein Schauspielregisseur, er setzt auf Posen, das funktioniert eine Weile gut, aber wirkt hier auf Dauer eben bemüht, es geht in der allgemeinen Zelebrierung unter, eine Emotionalität um der Emotionalität willens, ein Spielen für die allerletzten, die hintersten Reihen; ausgenommen sind Rhames, Hopkins und Roxburgh. Der Agententhriller als 'griechisches Drama', gefangen als Zeitzeugnis in seiner Zeit und der Konservierung und Konservativen, man kann der Produktion einiges negatives bescheinigen, aber einiges aber befürworten, so eben das explosive letzte Viertel, der immer noch sehenswerte, aus verschiedenen Perspektiven bereitgestellte, State-of-the-Art bleibende Einzelkampf gegen schwerbewaffnete Hundertschaften, gegen "pretty heavy security". Neben der feurigen Materialschlacht im Bunker und auf den Straßen auch einige ungewohnte physische Aktionen von Cruise, am Strand ein Kopieren von The Hand of Death aka Countdown in Kung Fu (1976), vorher schon etwas Martial Arts (wie Knie- oder Kopfstöße, Ellenbogenhiebe, Hebel und/oder Würfe, rückwärts oder seitwärts eingesprungene Fußtritte usw.) zur Ausschaltung der Wachmannschaften und die Handgranaten aller Couleur zur Vernichtung (mit heftigen, aber auch reichlich gewürdigten, von Brian Smrz koordinierten Einsatz für die Stuntmen) eingeworfen.

Details
Ähnliche Filme