Review
von Leimbacher-Mario
Triplett des Terror
Im (leider?) einzigen Anthologiewerk in Roger Corman's poe'schem Zyklus packt er drei (und ein paar halbe) Geschichten in unter 90 Minuten und schafft dabei ein unheimliches und unheimlich gutes Potpourri des Gothichorror. Den deutschen Titel kann man mal wieder in die Tonne kloppen.
Morella
6/10
„Freaky Friday“ im staubigen Schloss - der rachsüchtige Geist einer toten Ehefrau übernimmt den Körper ihrer Tochter…
Ein typisch poe'iger, aber doch recht unspektakulärer Beginn. Die Sets, Bauten, Nebelschwaden, Tonnen an Spinnweben und genialen Matte Paintings erzeugen allerdings eine dichte Atmosphäre. Plus Price zeigt schon hier, dass mit ihm in diesem Trio an Stories zu rechnen ist. Und die Damen sind außergewöhnlich hübsch.
The Black Cat
8,5/10
Der Katzenhass eines heftigen Trinkers und unausstehlichen Ehemanns bringt zugleich Unglück und Gerechtigkeit…
Mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Poe-Geschichten vermengt. Price ist köstlich, Lorre mindestens genauso. Zwischen Alkohol, Schuld und Miezekatzen. Natürlich selbst für Laien berechenbar - aber dennoch das Kernstück und der zurecht raumgreifendste Part des Films. Sehr gut!
The Case of Mr. Valdemar
7,5/10
Während des Moment des Todes hypnotisiert zu werden? Keine gute Idee? Sieht der titelgebende Herr in dieser Geschichte anders und stürzt seinen Geist in womöglich unendliche Dunkelheit…
Schaurig, menschlich, morbide. Tragisch und schöne Farbspiele obendrauf. Rathbone ist wunderschön unausstehlich. Hypnose trifft auf das Jenseits. Glaube auf Philosophie. Tod auf Fleisch. Der unglaubliche Schmelz-Price.
Fazit: knackige und kurzweilige Compilation dreier noch immer vor Atmosphäre triefender, vor Klasse zischender und clever vermengter Poe-Klassiker!