Review

Wir kennen dieses „beruhend auf einer wahren Geschichte“ zu Genüge, - mittlerweile geht man diesbezüglich sogar bis ins Jahr 1613 zurück, wo Pater Michaelis bei einer Nonne einen Exorzismus durchführte, weil sie wohl irgendwie vom Dämon Baal-Berith, einem gefallenen Engel, besessen gewesen sein sollte.
Soweit die historischen Hintergründe, doch mit dem vorliegenden, reichlich lose erzähltem Plot hat das beileibe wenig zu tun.

Wenn fünf Sünder entführt und zu perfiden Spielchen auf Leben und Tod gezwungen werden, erinnert das nicht nur ans Sujet von „Saw“, sondern zeigt in erster Linie auf, wie belanglos und unbeholfen die Geschichte über weite Teile daher kommt.
Einer jener Sünder ist Drogendealer Ryan, der aus dieser Situation durch ein Parkhaus entkam und nun bei Detective Jen Porhowski eine Aussage tätigt. Kurz darauf wird sie unter Druck einer Schusswaffe von Ryan entführt und soll seinen Platz bei den Spielen einnehmen…

Während der Einstieg mit Flucht durch das Parkhaus und anschließendem Verhör bei der Polizei noch Interesse erwecken kann, flacht das Geschehen kurz darauf bereits ab.
Zahlreiche und sich ständig wiederholende Flashbacks verdeutlichen früh, wie dünn der Plot gestrickt ist und wie vage alle Zutaten in die Rührschüssel gelegt wurden.
Zwar tritt der Teufel höchst persönlich in Erscheinung, doch mystische Aspekte wie der Hohepriester der Hölle, der angedeutete Exorzismus oder die jeweiligen Sünden der Teilnehmer werden allenfalls gestreift, aber kaum konsequent zu Ende geführt, was im Übrigen auch auf angefangene Erzählstränge zutrifft, wie die ermittelnden Cops, die irgendwann überhaupt nicht mehr auftauchen.

Und wer innerhalb der Spiele Blut und Terror erwartet, wird sich hierbei einer Kindergartengruppe gleich fühlen, denn tatsächlich müssen die Entführten Pokern, Bingo-Lotto und die „Reise nach Jerusalem“ spielen. Unter den Teilnehmern herrscht weder sichtlich große Anspannung, noch finden sonderliche Konfrontationen statt, selbst als der Pädophile per Leinwand-Film entlarvt wird, schauen die übrigen allenfalls ungläubig drein.
Infolgedessen wäre eine FSK12 absolut angemessen, denn den Verlierern der Spiele geschieht nichts weiter, als dass sie sich kurz exstatisch am Boden liegend schütteln und dann von einer unsichtbaren Macht aus dem Bild entfernt werden. Kein Blut und von Frightening-Scenes ganz zu schweigen.

Die Story wirkt schlicht unvollkommen und kaum durchdacht, zudem wird sie einschläfernd vorgetragen, - die träge Gangart sorgt nicht zuletzt aufgrund der wenig atmosphärischen Kulissen (bis auf das Parkhaus) für eindimensionale Schauwerte ohne Glanz.
Zu ereignisarm ist das, was uns als Mysterium mit finalem Plot Twist geboten wird, wobei der Showdown allenfalls mit einem körperlichen Zweikampf noch vom Halbschlaf aufschrecken könnte. Final begeht er auch noch den Fehler, die Story abrupt und ohne Pointe enden zu lassen, was ihm letztendlich und unwiderruflich das Genick bricht.

Von der Synopsis her klingt das Ganze gewiss interessant und abwechslungsreich, doch mit so einer unmotivierten Erzählweise verschenkt der Streifen nahezu sein komplettes Potential.
Was bleibt, ist ein gelungener Einstieg, ein, zwei brauchbare Darsteller und die minimale Note des Mystischen. Zu wenig, um aus einem behäbig erzählten Durcheinander einen ansprechenden Streifen zu schaffen.
Knapp
3 von 10

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