Review

Die Kette reißt nicht ab, denn nach drei Mal Massaker bei der Slumber Party und zweimal an Cheerleadern ist nunmehr der Spring Break an der Reihe.
Slasher-Fans werden natürlich hellhörig, doch die ersten Minuten verdeutlichen bereits, dass dieser amateurhaft inszenierte Beitrag zu den dilettantischen Werken seines umfangreichen Genres zählt.

Rückblick 1997: Zwei Grufties und eine Tussi, sie will die Kerle loswerden, doch einer zückt ein Messer und anschließend wird der Pizzabote zum Täter erklärt.
Zehn Jahre später flieht der Kerl mithilfe eines Unbekannten aus dem Hochsicherheitstrakt und gelangt in die Nähe eines Hauses, in dem ein paar junge Weibsen ein kleines Gelage veranstalten…

Nun könnte es so einfach sein, ein wenig die Messer zu wetzen oder die Axt zu schwingen, doch manche Leute setzen eben andere Schwerpunkte.
Von daher wird erst einmal in Unterwäsche gepokert, vier Jungs überlegen sich nacheinander was die sechs Mädels wohl gerade so treiben mögen (damit auch kleine Nacktszenen zum Einsatz kommen) und nebenbei hat Cop Yates (Reggie Bannister) nicht nur ein Problem mit seinen Fluppen, sondern auch mit dem Telefon und den bereits ermordeten Deputys, die sich folgerichtig nicht mehr über Funk erreichen lassen.

Die untalentierten Mimen, ihre grobschlächtige Synchro und die naiven Dialoge führen arg in Versuchung die Sache vorzeitig abzuschalten, bevor der erste Kill über die Bühne geht, doch die zweite Hälfte gestaltet sich schließlich nicht wesentlich unterhaltsamer.
Es folgen einige Zeitsprünge in Vergangenheit und nahe Zukunft, was taktisch schon doof ist, da man innerhalb der Szene den letzten Überlebenden sehen kann.
Auch nicht gut sind diverse Zooms auf Gesichter und noch unglücklicher ist die viel zu schwache Ausleuchtung, denn der überwiegende Teil der Handlung spielt nachts.

Leider hält sich der Stoff auch mit Splatterszenen und abwechslungsreichen Ableben zurück. Während die ersten Taten komplett ausgeklammert und nur einige Leichen erfasst werden, kommt der Härtegrad nicht über Stange durch die Ohren, einen Kehlenschnitt und den Kopf aufs Autoblech donnern hinaus.
Im letzten Drittel werden gar manche vorher gezeigte Szenen wiederholt, wobei einige wahllos eingestreute Farbfilter zum Einsatz kommen und auch nachhaltig eingefügte Filmstreifen und Abnutzungserscheinungen eingebaut werden, welche als Stilmittel überhaupt keinen Sinn ergeben.

Einzig zwei kleine Wendungen lassen kurzfristig erkennen, dass nur 80 Prozent des Streifens völlig hirnlos und ohne Spannung vor sich hin mäandern, auch wenn Erstgenannte nicht ohne Logiklücken auskommen.
Nein, selbst Alles-Seher können diese Grütze auslassen, denn angefangen vom fehlenden Sympathieträger über die luschig inszenierten Ableben bis hin zu den grottigen Mimen und der kaum erkennbaren Dramaturgie ist an „Spring Break Massacre“ nichts Positives zu entdecken. Da reißen die wenigen Outtakes und Pannen während der End-Credits auch nichts mehr raus.
2 von 10

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