Review

Wieder einmal ein Haus, ein Fluch und ein Geist, dem es nach Genugtuung rünstet.
So einen Stoff können nicht nur die Hollywoodianer ordentlich verpacken, sondern auch die Holländer, die mit „Dead End“ einen halbwegs ansprechenden Spukhausfilm in die Runde werfen.

Die etwas dünne und vorhersehbare Story weiß besonders während der ersten Viertelstunde das notwendige Interesse hervorzurufen.
Zwar erfährt man bereits mit den ersten Szenen, dass der Fluch des Hauses auf einen Brand und einer Mutter, die in den Flammen ihr Kind sucht basiert, doch mit der knackig kurzen Figureneinführung der sieben Freunde und dem Antritt einer gemeinsamen Urlaubsfahrt, befindet man sich sogleich mitten im Geschehen.
Okay, man ist mal wieder mit dem beliebten VW-Bus unterwegs und labert beim Lagerfeuer ein wenig Hohlraum, aber spätestens, wenn die aggressiven Hunde wie aus dem Nichts auftauchen, ist für Hochspannung gesorgt.

Bei der Attacke wird einer schwer verletzt, man flieht mit dem Fahrzeug, landet aber vor einem Baum und muss sich rasch zu Fuß durchschlagen.
Aber da erspäht man auch schon das einsam gelegene Haus, findet Schutz vor den immer noch wütenden Hunden und erhofft sich hier Hilfe von den Bewohnern.
Den restlichen Ablauf mag man sich bereits ausmalen: Nach diversen Erkundungen trifft man zumindest keinen Menschen, das Haus scheint wie verriegelt und nach und nach wird die Gruppe innerhalb dämonischen Treibens dezimiert.

Da nicht alle Figuren mit einer interessanten Charakterisierung ausgestattet wurden, reicht es, sich auf den möglichen Helden Chris, eine Tierärztin, einen Comiczeichner und einen Rocksänger zu konzentrieren, während die übrigen relativ zeitig und unspektakulär ausgeschaltet werden.
Leider herrscht im Haus keine allzu abwechslungsreiche Bedrohung.
Da fallen Türen wie durch Geisterhand zu, rieselt Putz von der Decke, taucht mal ein dämonisches Gesicht in einem Spiegel auf und vor allem ist das Gebäude im Verlauf immer mehr von glühenden Verästelungen an Türen und Wänden umgeben, die den Figuren einen möglichen Ausweg versperren. Wer die glühenden Gebilde berührt, wird verkohlt und so scheiden die Typen auch hauptsächlich dahin.

Zwischendurch bekommt man immer mal wieder einige ansprechende Flashbacks geliefert, die die Hintergrundgeschichte erleuchten und ansonsten sucht man oft lange Zeit nach verschwundenen Freunden, was teilweise etwas Spannung aus dem Geschehen nimmt.
Überhaupt ist es nach den Hundeattacken mit den dramatischen Höhepunkten fast vorbei, - die Schockeffekte beschränken sich auf ein Minimum und nur den erfreulich gut agierenden Darstellern ist es zu verdanken, dass in einigen Momenten ein Mitfiebern mit den Figuren ermöglicht wird.

Trotz der simplen Story mit altbackenen Zutaten bleiben nachhaltig allerdings noch einige Fragen offen oder es ergeben sich hanebüchene Aspekte.
Die Daseinsberechtigung der Hunde wird da nicht wirklich plausibel gemacht, während man sich über ein Feuer im Kamin wundert, obgleich kein Mensch im Haus ist.
Da fällt die klischeebehaftete Unterbringung vom „Buch der Schatten“ und der als Hexe verschrienen Frau mit den roten Haaren nicht so negativ ins Gewicht, wie die Tatsache, einzig durch Rituale eines schwarzmagischen Buches ein Kind zeugen zu können, - so ganz ohne Kerl.
Aber als Horrorfilmfan ist man ja geneigt, diverse Unzulänglichkeiten in Kauf zu nehmen, da bereits der deutsche Titel „Haus der toten Seelen“ die Frage aufwirft, seit wann denn Seelen sterben können.

Soweit, so brauchbar.
Auch wenn die abgedroschene Geschichte über ein Haus mit rachsüchtiger Mutter kaum innovative Erlebnisse zutage fördert, ist die Umsetzung über weite Teile gelungen.
Es finden sich zu Beginn, aber auch im letzten Drittel ein paar recht spannende Momente, die Darsteller überraschen mit größtenteils ordentlicher Leistung und so bekommt man am Ende einen Spukhausstreifen, der zwar keine Überraschung bildet, im Gesamtbild aber recht kurzweilig abläuft.
6,5 von 10

Details
Ähnliche Filme