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Wie gruselig und unheimlich ein Film wirklich ist, zeigt sich ja oftmals erst hinterher, z.B. wenn man sich im Dunkeln Richtung Schlafgemach tastet. „Haus der toten Seelen“ hat durchaus einige dieser Szenen, welche einem zumindest am selbigen Tag nicht mehr so recht aus dem Kopf gehen wollen.

Ungewöhnlich auch dass dies neben „Schlachtnacht“ (bzw. "SL8N8") bereits der zweite, auch durchaus ansehnliche, Streifen aus dem benachbarten Holland ist. Sollte sich dies so weiterentwickeln, hoffe ich doch dass der Wasserpegel soweit stabil bleibt, da dies wohl das beste ist was aus unserem Nachbarland die letzten Jahre gekommen ist – rein Filmtechnisch versteht sich.

Inhaltlich bietet der Streifen nicht all zu viel neues. Die Story ist relativ schnell erkannt und auch das Finale dürfte jedem einigermaßen versierten Gruselfilm-Fan nicht Neu sein oder gar unerwartet treffen. Leider ist es auch wiederum so, dass der Film einzig und allein von seiner Spannung und zum Teil auch den guten Darstellern lebt. Das Maß an Grusel- und Spannungsmomenten wird doch nicht selten ein wenig überschritten, so dass der Film ja schon fast ein klein wenig Langweilig wirken mag. Zu sehr in die Länge gezogen, insbesondere in den Momenten in denen voller Tatendrang durch´s Haus geschlichen und gekrochen wird.

Wie gesagt, der Film besitzt einige gute Schreckensmomente, auch wenn diese nicht neu sein mögen. Die Kameraführung ist dabei stets gut bis sehr gut und auch die Effekte sind zwar selten, aber durchaus gut gemacht. Auch die Musikalische Untermalung passt dabei sehr gut ins Bild.

Auch die Darsteller sind nicht so unansehnlich wie zunächst vermutet – im Gegenteil. Sie zeigen eigentlich allesamt eine gute Leistung, vor allem wenn man bedenkt dass es sich dabei durchwegs um unbekannte Akteure handelt. Insbesondere Mimiken wurden durchaus gut eingefangen, vor allem der blonden Fr. Doktor, welche mit ihren unheimlichen Augen und ihrem Ausdruck durchaus zu überzeugen weiß.

Somit wäre „Haus der toten Seelen“ wohl ein wirklich guter Gruselfilm geworden, wäre er nicht selten so sehr in die Länge gezogen und der Spannungsbogen schon fast überreizt worden. Die Handlung an sich ist prinzipiell für die Tonne, die Darsteller gut und auch der Rest durchaus ansehnlich und ohne weiteres für einen netten Videoabend zu empfehlen.

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