Review

Shakespeare-Adaptionen im Teenie-Milieu waren ja mal zeitweise in, doch was mit den Komödien des Meisters (10 Dinge, die ich an dir hasse/Der Widerspenstigen Zähmung) funktioniert, klappt noch lange nicht bei den Tragödien. Bei „O“ ist Othello dran gewesen und ich bin froh, daß es nicht Hamlet war, der als Vorlage dienen mußte.

Die Besetzung verspricht dabei einiges, Josh Hartnett als Hugo/Jago, der endlich mal gegen seinen Teeniefluch als Neidbolzen anspielen darf. Mekhi Pfeiffer gibt einen ordentlichen Odin/Othello und von Julia Stiles alias Desi/Desdemona hat man ja auch schon gehört, immerhin hat eine MTV-Produktion sie berühmt gemacht.
Auch die sonst nicht gerade spezifische Werktreue bringt der Film mit, wer immer sich mal ein Libretto von „Othello“ besorgt hat, wird bemerken, daß Tim Blake Nelsons Werk so ziemlich jede Szene abarbeitet und in die amerikanische Gegenwart verlegt. Nur leider gerät die Stimmung leider eher in die Richtung der Dick-Aufgetragenheit eines „Eiskalte Engel“, der jedoch die satirischen Bezüge in seine Neuadaption schon mit einbaute, während „Othello“ toternst geraten ist, vorlagengetreu.

Und genau daran scheitert der Film. So wohlkonstruiert Shakespeare die Tragödie anläßt, so übertrieben konstruiert, altmodisch und dadurch zunehmend lächerlich unrealistisch wirkt die eifersüchtige Rachestory für die Teenies. Scheinbar hoffnungslos der alten Vorlage ergeben, handeln die Figuren so abgedroschen klischeehaft, daß der Drive mehr und mehr verloren geht. Ständig möchte man den Figuren eine ballern, weil sie offenbar nicht von hier bis zur Tür denken können und das Fatale des Barden, wirkt hier mit der Brechstange erzwungen und bis zur Unerträglichkeit überzogen.
Ordentliche Darstellerleistungen kommen da gegen diese Ansammlung von Klischees leider nicht an und das Gesamtwerk zieht man mehr in Erfüllung des bereits hinlänglich bekannten Ausgangs der Geschichte an.
Letztendlich zu lächerlich und ärgerlich, um ernst genommen zu werden. (4/10)

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