Der Film erzählt die 80jährige Chronik von Esteban, gespielt von Jeremy Irons, der unter anderem den Tod seiner ersten Frau, die Liebe zu seiner 2. Frau Meryl Streep, die Erinnerung an seine eigensinnige Tochter Winona Ryder und an seine Schwester Glenn Close Revue passieren lässt.
Die Story ist mittelmäßig. Die Chronik hat ordentliche Charaktere, wie z.B. den übermütigen, konservativen Patriarchen Jeremy Irons, oder seine lesbische Schwester, die sich in seine, in die Zukunft blickende Frau verliebt. Die Chronik hat Höhen und Tiefen, ist aber stellenweise übertrieben und überkonstruiert worden. Man hätte aus dieser Story durchaus ein starkes Drama machen können.
Die Umsetzung lässt leider zu wünschen übrig. Dass ein Drama relativ langsam anläuft lässt sich im allgemeinen nicht verhindern. Doch der Mittelteil, der eigentlich noch viel versprechend beginnt, ist viel zu langatmig. Der Film zieht sich enorm in die Länge und der Zuschauer wartet sehnsüchtig darauf, dass endlich eine Wendung kommt, die den Film wieder an Fahrt gewinnen lässt. Das Geisterhaus ist sehr emotional, verfällt aber leider stellenweise in den Gefühlskitsch. Die überproportionierten Gefühle nehmen dann zum Ende hin zu und der Film kann endültig nur noch langweilen. Ein paar geschicktere Wendungen oder eine halbe Stunde weniger Laufzeit hätten dem Film vermutlich gut getan.
Die Filmmusik fällt kaum auf und lässt den Film somit noch langsamer wirken, als er sowieso schon ist. Die Kulisse ist gut gemacht, aber auch die Landschaftsaufnahmen können nicht über die Langatmigkeit hinweghelfen.
Immerhin kann der Film die Entwicklung seiner Hauptfigur Jeremy Irons gut darstellen, der anfangs überaus egoistisch und herrschsüchtig ist, aber zum Ende hin mehr und mehr seine Fehler zu bereuen beginnt.
Jeremy Irons spielt die Hauptrolle hervorragend, gerade weil der Film so langatmig ist, muss er sich enorm ins Zeug legen, um die Zeit zu überbrücken. Er stellt den Wandel seiner Figur hervorragend dar. Oscar-Preisträgerin Meryl Streep und Glenn Close spielen wie üblich sehr stark. Winona Ryder ist ebenfalls sehr gut und stellt die anderen Darsteller in den Schatten. Schade das sie ihre Karriere durch diverse Verbrechen gefährdete. Antonio Banderas spielt solide, kann aber mit den anderen Weltklasse-Darstellern nicht ganz mithalten.
Zusammenfassend ist "Das Geisterhaus" ein schwaches Drama, dass trotz der guten Story und der hervorragenden Darsteller einfach zu langatmig und langweilig ist.