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Regisseur Mark L. Lester (Phantom Kommando, Extreme Justice) war mal ein Garant für Actionfilme, der absolute Höhepunkt seines Schaffens stellt für mich sein "Showdown in Little Tokyo" da. Doch schon Mitte der 90er Jahre ging es für Lester langsam, jedoch kontinuirlich bergab. Mit "Hitman´s Run" war er im Durchschnittsbereich angekommen, besser wurde es leider nicht mehr, dafür stürzte er mit "Pterodactyl" ganz ab. Seinen "Hitman´s Run" produzierte Lester selbst und "The Base" Drehbuchautor Eric Barker liefert das viel zu gängige Script.

Tony Lazorka (Eric Roberts) war ein Profikiller in der Mafiafamilie Catania. Vor gut einem Jahr sagte er gegen Dominic Catania (Robert Miano) und dessen Sohn Paolo (Damian Chapa) aus. FBI-Agent Tom Holly (C. Thomas Howell) nahm Tony daraufhin ins Zeugenschutzprogramm auf und verpasste ihm den Namen John Dugan. Er führt ein glückliches Leben mit Freundin Sarah (Farrah Forke) und ihrer Tochter Amber (Lindsay Taylor). Bis heute, denn der Hacker Brian Penny (Esteban Powell) hat die Liste des Zeugenschutzprogrammes heruntergeladen und will sie Catania übergeben. Bald werden Sarah und Amber entführt und in Tony erwacht wieder der Killerinstinkt.

Eric Roberts (Best of the Best, Past Perfect) hat einfach nicht das Zeug zum Actionstar. Schauspielern kann er ganz gut, wie er schon oft bewiesen hat, doch in solch harten Rollen tut er sich oft schwer. Den eiskalten Ex-Profikiller nimmt man ihm bedingt ab, eine bessere Frisur und eine passendere deutsche Synchro hätten gut getan. Aber alles in allem schlägt sich Roberts recht wacker, obwohl die wenigen Szenen mit Stieftochter Amber ein wenig aufgesetzt wirken. Damien Chapa (Street Fighter, Kommando: U.S. Navy Seals II) als Stehaufmännchen Paolo ist da wesentlich besser platziert. C.Thomas Howell (Judge Man, Pure Danger) ist gewohnt solide, Joe Viterelli (Reine Nervensache) kann sich auch sehen lassen, Esteban Powell (Powder, Ein teuflischer Pakt) als Hacker Brian wird im weiteren Verlauf zum Nervenbündel.

Wer Lester kennt weiss, bei seinen Filmen ist die Story meist Nebensache, hauptsache die Action stimmt. So hat man den Plot schon öfters gesehen, Überraschungen bleiben damit aus. So wirkt es ein wenig übertrieben, wie leicht Brian den FBI-Hauptcomputer hacken kann und sich die Liste mit den Namen des Zeugenschutzprogrammes herunterlädt. Brian will die Liste der Catania Familie übergeben, weil er sich Informationen über seinen verschwundenen Vater erhofft. Der spielt auch noch eine kleine Rolle. So gerät John alias Tony natürlich auch in die Schusslinie und es dürfte wirklich Jedem klar sein, dass seine Freundin Sarah nebst Amber noch gekidnappt werden. So muss Tony den Hacker Brian vor Catanias Leuten retten und schleift ihn mit sich. Anfänglich hassen sich die Beiden bis aufs Blut, doch wie in jedem Buddyfilm entsteht eine Freundschaft daraus. Den Streitereien zwischen Tony und Brian fehlt es an Biss und langsam aber stetig geht einem Brian mit seinem Gesabbel bald auf den Keks.

Immerhin verpasst Lester "Hitman´s Run" ein ordentliches Tempo. Auch wenn einem der Plot oder die Charaktere völlig kalt lassen, so stimmt wenigstens die Menge der Action. Die üblichen drei Bestandteile, nämlich Kloppereien, Schießereien und Verfolgungsjagden sorgen für durchgehend Unterhaltung. Doch Highlights sollte man keine erwarten. Die Qualität der Sequenzen ist ordentlich, mehr nicht. Lester lässt in den Shootouts einige Blutbeutel platzen, das Waffenarsenal kann sich sehen lassen, dennoch könnten die Schießereien ein bisschen mehr Bewegung vertragen. Tony steht steif in seiner Deckung und schießt seine Gegner über den Haufen. Catanias Mannen haben zu wenig Zielwasser gesoffen. Die kleinen Zweikämpfe im old schooligen Stil können sich auch sehen lassen, die Autoverfolgungsjagden haben kleinere Stunts und Blechschäden zu bieten. "Hitman´s Run" sieht zu keiner Zeit billig aus, doch die Sets kommen sehr eintönig daher.

Höhepunkte lässt "Hitman´s Run" ganz vermissen, die vorhersehbare Story interessiert auch nicht sonderlich, die Charaktere bleiben flach. Dank vieler Actionszenen ist der Film dennoch gut konsumierbar, doch bei weitem kein Muss für den Actionfan.

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