Review

Bloodsucking Freaks ist ein kleiner schmutziger Splatter/Sexplotationmix aus den späten 70ern.

Handlung:


Meister Sardu leitet, zusammen mit dem kleinwüchsigen Ralphus, ein Theater der ganz besonderen Art:
Bei den Aufführungen werden Frauen, die es zuvor zu kidnappen gilt, grausam bis zum Tod gefoltert.
Der Zuschauerandrang lässt zu wünschen übrig, so hat Sardu ein weiteres finanzielles Standbein: Einige der verschleppten Mädchen werden an zahlkräftige Kunden vertickt.
Die übrigen Exemplare werden zwecks Erheiterung des Meisters misshandelt, ihrer Extremitäten beraubt sowie als Dartscheibe und Esstisch zweckentfremdet.
Da ein Künstler wie Sardu trotz dieser Freude nach Anerkennung lechzt, möchte er ein neues Programm auf die Beine stellen.
Hierfür benötigt er Natasha d´Natalie, eine berühmte Balletttänzerin, die auch flugs „zwangsrekrutiert“ wird.
Ihr Freund lässt das nicht einfach auf sich sitzen und engagiert einen *hüstel* Hüter des Gesetzes, der das mysteriöse Verschwinden aufklären soll.

Rezension:


1.Vorwort

Um Bloodsucking Freaks streiten sich seit der Veröffentlichung 1976 die Gemüter.
Während die meisten Cineasten BSF als Frauenverachtenden Schund betrachten, gibt es auch durchaus andere Meinungen, die in dem Streifen einen kompromisslos bösen, unendlich trashigen Kultfilm sehen.

Nach dem Kinostart kam es in den Staaten zu erheblichen Protesten seitens der Frauenverbände. Diese gipfelten angeblich in Drohungen an die Besitzer der Kinos, in denen der Film gezeigt wurde.
24 Jahre später wurde die ungekürzte Fassung des Films in Deutschland verboten.

2.Crew&Cast

Die schauspielerischen Leistungen sind in Bloodsucking Freaks wahrlich unterirdisch, haben allerdings auf Grund des „so bad that is allready good“ Faktor einen gewissen Reiz..
Lediglich Meister Sardu, gespielt von Seamus O´Brien (der i.Ü. kurz nach den Dreharbeiten bei einem Überfall ums Leben kam), überzeugt halbwegs, mit einer bemüht sadistisch verrückten Art.

Bei der weiblichen Besetzung wurde wohl ausschließlich nach dem Kriterium der *sorry* „Fickbarkeit“ verpflichtet. Ihre Sprechrollen beschränken sich auf schmerzerfüllte Schreie, des Weiteren war im Budget kein Platz für Bekleidung vorgesehen.
Da die Mädels anscheinend allesamt in Nachtbars und ähnlichem rekrutiert wurden, kann man ihr faszinierend schlechtes und lustloses Overacting durchaus erklären.

Der kleinwüchsige Luis de Jesus (Ralphus) war hauptberuflich als Pornodarsteller tätig. Er erfüllt seine Freakrolle durchaus unterhaltsam.

3. Butter bei die Fische

Die oben beschriebene Story ist ein Vorwand für knapp 90 Minuten Splatter sowie hartem S&M.
Der Film versucht von vornherein keine Spannung oder Horror-Elemente einzubauen, sondern setzt voll auf die Folterszenen sowie morbiden Humor. Die Effekte sind selbst für damalige Verhältnisse äußerst billig, was zum einem aus dem nicht vorhandenem Budget resultiert und zum anderen entscheidend zur Unterhaltung beiträgt.
Selbst im Vergleich zu Herschell Gordon´s Klassiker „Wizard of Gore“ zieht BSF was die Glaubwürdigkeit des Splatters anbelangt deutlich den kürzeren.
Überhaupt erinnert Bloodsucking Freaks stellenweise frappierend an den blutrünstigen Zauberer, ohne jedoch dessen Klasse zu erreichen.
Entscheidend dafür ist der übermäßige Einsatz nackter Haut, die zwar durchaus nett anzuschauen sind, dafür allerdings deutlich an der Atmosphäre kratzen. Dies wird auch von so manch gutem Einfall wie der "suizidalen" Enthauptung oder dem "ungewöhnlichen" Sandwich nicht in vollem Umfang kompensiert.

Da die Handlung nur am Rande verfolgt wird und BSF sich nur über den Freakfaktor und die Misshandlungen definiert zieht beim Zuschauer gelegentlich Langeweile ein.
Zu selten, um dem Film jeden Reiz abzusprechen und doch oft genug um Bloodsucking Freaks den Sprung zu den Klassikern des Splatter Genres zu verwehren.


Bloodsucking Freaks ist definitiv kein Film für die Massen. Wer wenig Erfahrung mit dem Genre hat sollte sich einen anderen Streifen zum Einstieg auswählen. Wer mit der Thematik keine Probleme hat, kann sich den Film getrost zu Gemüte führen. Je weniger man von Bloodsucking Freaks erwartet, desto mehr Freude wird man an dem rabenschwarzen Trash-Splatter haben.

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