Der Magier und selbsternannte Künstler Sardu inszeniert in seinem kleinen "Theatre of the Macabre" vor einem kleinen Publikum Aufführungen, in denen versklavte und gepeinigte Frauen vor einer jubelnden Meute von Meister Sardu, seinem kleinwüchsigen Gehilfen Ralphus und seinen 2 schwarzen Gehilfinnen, zu Tode gefoltert und gequält werden. Das Publikum fasst diese Darbietungen als Show, und die Grausamkeiten als gekonnte Schauspielerei gepaart mit Effektkunst auf, und bejubelt den sadistischen Magier. Dies reicht Meister Sardu nicht mehr aus, er möchte auf die große Bühne. Hierzu kidnappt er eine bekannte Ballett Tänzerin und einen renommierten Theaterkritiker, was jedoch ungeahnte Konsequenzen nach sich zieht...
Eins vorweg: Bloodsucking Freaks ist KEIN Horrorfilm, sondern klassisches Sexploitation Kino gepaart mit extremen Frauenfolter Szenen. Dieses Subgenre hat NICHTS mit dem klassischen Horror bzw Splatterfilm gemeinsam, dies sollte von "normalen" Splatterfans berücksichtigt werden. Insofern kann ich auch nicht die "Splatterfans" verstehen, die sich blind diesen Film gekauft haben, und sich dann darüber aufregen, dass er frauenfeindlich ist, und das Verbot als gerechtfertigt darstellen. Bei aller Toleranz gegenüber der Meinung anderer, aber Zensur von Genrefilmen zu befürworten, und alles, was man selbst nicht gerne sieht als Schund zu deklarieren ist in meinen Augen das allerletzte, diese Menschen wären wohl als Mitarbeiter der FSK ein bisschen besser aufgehoben. Eigennestbeschmutzer...
Was soll ich nun zum sagenumwobenen Bloodsucking Freaks schreiben? Dass der Film ganz böse und frauenfeindlich ist, und dass man ihn verbieten sollte? Was soll man schreiben über den Film, der fast schon 30 Jahre auf dem Buckel hat, aber trotzdem als das niederträchtigste gilt, was die Menschheit je gesehen hat? Der Film, der von der Gory News noch nicht einmal bewertet wurde, und den selbst der Troma Chef Lloyd Kaufman als gewöhnungsbedürftig deklariert hat? Man kann nur eines dazu schreiben: Er ist ein kleines Meisterwerk.
Der Film wirkt eher düster und die Sets verbreiten eine sehr nihilistische Grundeinstellung. Die ganzen sehr interessant gestalteten Folterszenen wurden mit kranker Orgelmusik unterlegt, was den satirischen Hauch des Filmes sehr verstärkt, und ihn noch witziger und unterhaltsamer macht, als er so schon ist.
Und hier liegt auch die Crux der Sache. Bloodsucking Freaks ist eigentlich eine Parodie auf das Filmgeschäft. Sardu steht für den Künstler, der versucht mit der Darstellung von kontroversen Abartigkeiten berühmt zu werden, weiterhin erleben wir die typischen Stars, den Kritiker und die Geldgier, die diese ganze Maschinerie vorantreibt. Immerwieder stellt der Film die Frage: "Was ist Kunst, und wo kann man die Grenzen ziehen?".
Weiterhin ist Bloodsucking Freaks ein extrem lustiger und unterhaltsamer Exploiter, der nie langweilig wird, und laufenden Nachschub an Perversitäten und neuen Folterungen bietet. Hier wird weniger auf Effekte, als auf die Darstellung von Sexismus und Sadismus wert gelegt, was in meinen Augen sehr gut funktioniert.
Viele Menschen finden den Film frauenfeindlich, aber warum um Gottes Willen schauen sie sich dann so einen Film an? Wie gesagt: dieser Film polarisiert, man liebt oder hasst ihn, ich liebe ihn! Der Humor ist einfach einzigartig, genau wie die Darstellung des Sardus und die herrlich politisch inkorrekte Darstellung der Frau als Objekt. Wer mit diesem Film nicht klar kommt, solls halt lassen! Der Film ist beschlagnahmt und rar, man muss ihn suchen um ihn zu finden, dieses Streifchen drängt sich niemanden auf.
Fazit: Kult, Kult und nochmals Kult. Einer der wichtigsten Exploiter aller Zeiten. Take it or leave it! Wegen einiger Längen am Ende gibts von mir
9/10