Grenzenlose Antifrauendemonstration
Die 70er Jahre waren berüchtigt für sadistische und ekelhafte Exploitationsfilme, die sich grösstenteils gegen Frauen richteten.
Gute Beispiele hierfür fanden sich in Filmen wie Muttertag, Ich spuck auf dein Grab, sowie Last House on the Left. Bloodsucking Freaks aus anno 1976 gesellte sich ebenfalls diesem Subgenre hinzu.
Anders als bei den vorher genannten Titeln dreht sich hier die Story nicht um einen Rape and Revenge sondern viemehr um bizarr satanische Frauenerniedrigungs- und züchtigungsfoltern.
So darf Pseudomagier Sardu sich in einem Bad aus Peitschhieben, grausamer Zerstückelungen und sexueller Ausbeutung seiner weiblichen Opfer erfreuen; und das vor klatschendem, nichtsahnendem Publikum, das dies alles für Tricks hält, wobei die Damen real getötet werden. Hilfe erhält der Perversling von seinem kleinen, nicht minder üblen Adjudanten, der zugleich noch Liliputaner ist und Spass an der Sache hat.
Anstatt dem Film etwas Tiefe und Handlung zu vermitteln, wittert der Regisseur Zuspruch einer Fangemeinde, die krankes Material konsumieren und wohl zu den härtesten Vertretern sämtlicher Gorehounds zählen dürften.
Obendrein werden die zahlreich menschen-und überwiegend frauenverachtenden Tötungs/Folterszenen mit lustig, quietschender Musik untermalt und mit naiver Kinderhopserei der Mörder begleitet, als würde Groteske neu erfunden worden.
Ich bade auch zu gerne im Filmblut, ergötze mich an brutalen Gewalt- und Zerstückelungsmomenten, aber was Bloodsucking Freaks auftischt, ist unverfroren, skrupellos und einfach nur trashig ohne Ende. Frauen werden wie Vieh gehalten und als Unterhaltungsmittel wie Tisch, Stuhl und Dartscheibe genutzt, zum anderen als wilde Kannibalen im Kellerverlies gehalten, dazu reihen sich noch weitaus schlimmere Figuren wie der hauseigene Arzt hinzu, der mal gerne Kopfsangria schlürft und zu guter letzt passt vorne und hinten nichts.
Die Protagonisten verhalten sich ebenfalls dumm und unglaubwürdig, die Opfer lassen diese perversen Spiele über sich und ohne grosse Gegenwehr über sich ergehen, die Location ist verdammt schlecht ausgeleuchtet und monoton und den Darstellern fehlt es an Schauspielpraxis.
Billige Monologe ätzen das Meisterwerk des Wahnsinns sprichwörtlich weiter weg. Und für was dies alles? Nur um den sexuellen Gelüsten und Fantasien männlicher Zuschauer genüge zu werden und dem Folterknecht neue Möglichkeiten der Tortur am menschlichen Körper zu offenbaren.
Leider wurde dieser Tiefpunkt filmischen Geschehens als Vorbild moderner Tortureporns wie Saw und Hostel genutzt und gilt meines Erachtens nach nur als Mottenfänger in der Videokiste.
Viel nackte Haut, abartige Sadospiele und eine unzumutbare Stimmung machen diesen Semiporno zu einem Unikat, der seinesgleichen sucht. Für harterprobte Gores ein Leckerli, für alle anderen einfach nur frauenfeindlicher und ultrabrutaler Schrott.