Review

Fantastische Schmierwesen und wo sie zu finden sind


„Bloodsucking Freaks“ aka „The Incredible Torture Show“ hält was all seine Titel versprechen. Ein echter Exploitation-Klassiker des ganz schlechten, fragwürdigen, subversiven, pechschwarzen und saftigen Geschmacks. Ich habe ihn in einem sleazigen Double Feature mit „Wizard of Gore“ gesehen, seinem Onkel sozusagen, was thematisch besser kaum hätte passen könnte. In dieser Foltershow geht es um einen Teilzeitmagier und Vollzeitsadisten - Sardu führt zusammen mit einem zwergischen Handlanger eine Zaubershow und gleichzeitig hinter wie live auf der Bühne, einen Foltergarten mit allerlei Perversitäten und Brainfucks. Letzteres, wenn notwendig, auch wortwörtlich...

Puh, das ist wirklich ein leichenzerfledderndes Ding. „Bloodsucking Freaks“ suhlt sich im Dreck, danach brauchen selbst geruchsresistente Gorehunde eine Dusche. „Guinea Pig“ trifft auf oben genannten H.G. Lewis vorangegangene Splattershow. Leider liegt „Bloodsucking Freaks“ qualitativ insgesamt dann aber doch etwas unter diesem nahen Verwandten. Es gibt hier so gut wie keine Geschichte im Hintergrund, es wird sich erstaunlich auf die „Bösewichte“ konzentriert und während allerlei (natürlich auch gern gesehenen) nackten Tatsachen und saftigen Sauereien kommt dann doch immer wieder die Frage nach dem Sinn auf. Irgendwo zwischen Leerlauf und Langeweile, Schock und Exzess, Ekel und Verwunderung. Es gibt quasi nur Höllenhunde hier und Spannung(en) oder Gegensätze sucht man vergebens. Zumindest unter den Dreibeinern. Natürlich ebenso wie fähige Schauspieler oder wirklich gute Goreeffekte. Deswegen hatte Lewis' Version dann doch deutlich die Nase vorn. Stilistisch sowie erzählerisch. „Bloodsucking Freaks“ wirkt wild, ungezähmt und (noch immer) höhchst unanständig. Wenn auch klar unfreiwillig wie freiwillig komisch. Etwa wenn der kleinwüchsige Helfer mal wieder Gesichtskirmes hat, wenn er einem Opfer die Zunge rausschneidet, Frauenhintern mit Darts penetriert oder genüsslich Augäpfel kocht. Ein wahrer Foltermarathon. Für alle Beteiligten. Wenn man das Ganze jedoch als hemmungslose Überspitzung der mit Füßen getretenen Frauen(rechte) sieht, dann ist dieser Splatterthon fast schon wieder genial schräg und bissig und wichtig. Ein Bahnhofskino-Klassiker mit Hintergedanken. Wenn man denn zwischen all den Gedärmen und wenig getrimmten Intimrasuren zu solchen Erkenntnissen und Umdrehungen vorzudringen vermag. 

Fazit: dreckig, krank, sinnfrei. Feinste und saftigste Exploitation mit massivem Unwohlfühlfaktor. Wer sind denn nun die blutsaugenden Freaks, wir oder Sardu und seine Untertanen? Das kann jeder selbst entscheiden. „Bloodsucking Freaks“ ist jedenfalls eine unglaubliche Folter(show), fragwürdig aber (zumindest einmal) sehenswert. Sigfried und Gore. Uff. Echte Quälgeister. 

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