Review

"SURF NAZIS MUST DIE" .... der ungefähr geilste Filmtitel seit Anbeginn der Zeitrechnung, oder nicht!?
Tja, und seit ich diesen sagenhaft geilen Titel zum ersten Mal gehört hab', wollte ich diesen Streifen unbedingt sehen.
Jahre vergingen (es verging um genau zu sein fast ein ganzes Jahrzehnt) und dann ... ENDLICH hielt ich ihn in meinen Händen, den Film, dessen Inhalt ich mir bereits seit meiner Kindheit (Achtung: Übertreibung!) immer wieder imaginär ausgemalt hatte.
Ich hab' ihn mir brutal vorgestellt und trashig, ernst und hart, vielleicht sogar etwas düster und pessimistisch, vor alle aber ...... cool.
Bereits nach den ersten fünf Minuten waren meine Kindheitsträume jedoch dahin.

SURF NAZIS MUST DIE, nebenbei bemerkt ein Troma-Film, allerdings keiner der überdreht splattrigen Sorte á la "Citizen Toxie", sondern eher ein reiner Müllfilm á la "Killer Queen", ist, so leid es mir tut, der hinterletzte Scheißdreck und das meine ich nicht nur in storytechnischer oder handwerklicher Hinsicht, sondern einfach in jeder Hinsicht.

"Wer regiert die Strände?" - (im Chor) "Die Surfer regieren sie!"
"Und wer regiert die Surfer?" - "DIE SURF NAZIS!!! DIE SURF NAZIS!!!!!"
... so der einführende Dialog des Films.
Ich versuch mal ansatzweise die Story wieder zu geben, auch wenn dies kaum möglich ist, da den ganzen Film über eigentlich rein gar nichts passiert:
LA nach einem Erdbeben apokalyptischen Ausmaßes. Häuser und Straßen sind verwüstet, Plünderungen stehen an der Tagesordnung (all dies wird natürlich nur mittels Erzähler am Anfang bekannt gegeben und nicht wirklich bildlich dargestellt) und die Stadt steht unter der Terrorherrschaft der ... naja, der Surf Nazis eben.

Die Surf Nazis, das sind Typen, die sich Hitler, Goebbels, Göring und wie die eben alle damals noch so hießen, nennen und ständig mit Hakenkreuz-Flaggen durch die Gegend laufen.
Mit dem Dritten Reich oder dem Nationalsozialismus hat die Bande aber ungefähr soviel am Hut, wie Britney Spears mit der Reichskristallnacht. Das ganze Nazi-Getue beschränkt sich also auf Äußerlichkeiten, auf ein etwas militärisches Gehabe und auf Kinder, die sich Hakenkreuze auf die Backen und die Surfbretter malen. Um Rassenhass oder dergleichen geht's hier also in keinster Weise. Die Nazis sind hier halt einfach die Bösen ...

Wie dem auch sei ... Es gibt jedenfalls noch eine andere Surfer-Gang, natürlich eine befeindete, namens "Samurai Surfer".
Nachdem die Surf Nazis einen von den "Samurais" umgebracht haben, bricht die Mutter des Getöteten (eine taffe, schwarze Big Mama) aus dem Altersheim aus, düst mit dem Motorrad zum Strand und nimmt sich einen Nazi nach dem anderen vor.
So, ... das war's! Aus! Vorbei! Mehr gibt's nicht ...

"Das hört sich jetzt doch alles nach 'ner ganz erträglichen Rache-Story an", werdet ihr jetzt denken.
Doch leider ist es das nicht.
Die Surf Nazis halten die ganze Zeit irgendwelche Treffen ab, um zu besprechen wie sie ihr Einflussgebiet noch vergrößern können, basteln an ihren Boards rum oder hängen am Strand ab, geh'n Wellenreiten (... oh ja, es wird tatsächlich richtig gesurft und zwar im Wasser und in Zeitlupe, damit es noch ein bisschen langweiliger mitanzusehen ist ...) oder labern, labern, labern den hinterletzten und hyperbanalsten Stuss.
Spannung kommt dabei keinen einzigen Moment lang auf, von Action kann auch in keinster Weise die Rede sein.
Splatter? - Nein, leider auch nicht. Absolut null! Gegen Ende treibt zwar tatsächlich mal ein loser Kopf im Wasser rum, aber den lass' ich jetzt einfach mal unter den Tisch fallen.
Der Showdown mit der fetten Mami ist dann auch ein einziges, auf Zelluloid gebanntes Nichts, so dass der Streifen meiner Definition eines Totalausfalls immer näher kommt.

"Ja, aber der SURF NAZIS ist doch bestimmt so Scheiße, dass er schon wieder gut ist, oder?" - Nein. Nein, nein, nein, ist er leider Gottes auch nicht. Der ist einfach nur Scheiße und schweinelangweilig.
Nach unfreiwilligem Humor, einem sympathischen Trash-Ambiente, nach ulkigen Charakteren oder nach Fettnäpfen, Ungereimtheiten und Unsinnigkeiten, über die man sich wenigstens amüsieren könnte, hält man leider den ganzen Film lang vergebens Ausschau.
Nicht einmal die miese deutsche Synchro regt zum Schmunzeln an …

SURF NAZIS ist ganzganz ehrlich mitunter einer der schlechtesten, banalsten, unsehenswertesten und absolut langweiligsten Filme, die ich in meiner mittlerweile schon Jahrhunderte langen Karriere als Trashoholiker ertragen musste. Ungenießbar, echt! Das muss ich leider in dieser Deutlichkeit sagen, weil ihr sonst, so glaube ich, den Ernst der Lage nicht ganz erfasst.
Es liegt nicht daran, dass ich zu hohe Erwartungen an den Film hatte. Bei Troma oder sonstigem Trash bin ich mittlerweile echt auf alles gefasst.
Und es liegt sicherlich auch nicht daran, dass mir diese Art von "Film" nicht gefällt. Ihr sprecht hier mit einem großen Schnaas-Fan und einem begeisterten Liebhaber von "Ninja-Trash".

Gibt's vielleicht doch noch irgendwas Positives zu erwähnen?
Ach ja, der Soundtrack ist ganz nett. So düsteres 80er-Jahre-Synthi-Gedudel.
Mehr fällt mir aber echt beim besten Willen nicht ein.
Nach 80 Minuten, die einem vokommen wie drei Stunden, hat man den Schund dann Gott sei dank überstanden, in denen man aber auch gut und gerne ein Bäumchen hätte pflanzen können ...

Fazit also:
Scheißfilm. Scheiß langweilig, scheiß hirnlos und scheiß bescheuert ... allerdings nicht auf die witzige, unterhaltsame Art.
Wenn schon Nazi-Trash dann doch lieber gleich zu „Ilsa“ greifen …
Nur wegen des geilen Titel vergeb' ich hier nicht die eigentlich mehr als verdiente 1 ...

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