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Hach ja, was hatten wir am freiwilligen Trash-Verein Troma nicht schon unsere Freude. Man denke nur an Toxie, den toxisch verseuchten Superhelden, oder an "Muttertag", dem (vom HC-Film mal abgesehenen) nicht ganz leicht verdaulichem Regiedebüt vom Bruder des Troma-Mitchefs Lloyd Kaufmann, Charles Kaufmann, oder "Rabid Grannies", dass die Tromaer zwar aus den Niederlanden abgekapselt haben, für das sie aber wohl dennoch verantwortlich gemacht werden können, dass die Trash-Splatter-Community weltweit daran ihre Freude haben konnte, wenn die Amis sich auch mit einer extrem verstümmelten R-Rated-Version zufriedengeben müssen. Ja, wenn Troma draufsteht, dann ist Trash und Fun pur eigentlich garantiert. Aber auch die größten Labels haben mal so ihre Aussetzer und mit "Surf Nazis must die" ist einer dieser Aussetzer bei Troma definitiv gefunden. Denn das Werk ist zwar auch extrem trashig, dafür aber leider auch extrem langweilig.

Und dabei hätte es bei dieser abgefuckten Story durchaus etwas werden können. Adolf, Eva, Mengele und Goering, dass sind die surfbegeisterten Nazis, die, das von einem Erbeben erschütterte, Kalifornien in ihrer Gewalt haben. Sie verbreiten Schrecken und Terror wo es nur geht und keiner stellt sich ihnen in den Weg. Zumindest bis jetzt. Denn als sie sich an einem schwarzen Mitbürger vergreifen, haben sie die Rechnung ohne dessen kräftige Mutter gemacht, die sich nun aufmacht, um ihren Sohn zu rächen und allen Surnazis den Garaus zu machen. Und sie wird nicht eher Ruhe geben, bevor sie ihr Ziel erreicht hat... Ja, dass ist eine Story, wie sie im Grunde wirklich nur von Troma kommen kann. Auf den ersten Blick politisch durchaus angehaucht, dabei aber blödsinniger und durchgeknallter als man es überhaupt für möglich hält, hangelt sich eine abstruse Idee nach anderen hoch, um das Publikum auf eine vollkommen abgefahrene Art und Weise zu unterhalten, ohne dann auch nur den Hauch der Political Correctness spüren zu lassen. Eben alles schön typisch Troma. Und doch ist der Streifen extrem fad geworden.

Denn auf wirkliche Unterhaltungsmomente, die bei so einer enorm trashigen Story eigentlich Pflicht sind, wird leider viel zu selten gesetzt. Gut, die dicke Mama macht schon Spaß, wenn sie sich an den Surf Nazis zu schaffen macht und sicher gibt es auch hier und da mal die ein oder andere witzige Stelle, vor allem zu Beginn, aber alles in allem nimmt sich das Treiben nicht nur zu ernst, sondern setzt ab und an sogar mal auf ein paar unpassende dramatische Momente, die man so in einem Film dieser Art nicht wirklich sehen möchte. Hinzu kommen dann auch noch das Fehlen trashig übertriebener Momente, sowie dem (fast) völlig fehlenden Gore-Status, der hier so erschaudernd dünn ausgefallen ist, dass sich Splatter-Freaks, die von Troma sonst eigentlich immer ihre blutige Drogen bekommen, wohl schon nach kurzer Zeit verabschieden dürfte. "Surf Nazis must die" ist mit Sicherheit eines der unblutigsten Troma-Werke, die es je gegeben hat.

Aber auch sonst zieht sich das Treiben mächtig. Immer wieder hat man als Zuschauer das Gefühl, dass der Streifen einfach nicht so recht von Fleck kommen will und die eigentlich nicht überlangen 82 Minuten Film zu einem regelrechten Langweiler-Martyrium verkommen. Die Dialoge sind oft dröge und die Handlung halt so schnarchlahm, dass der ein oder andere wohl regelrecht hinwegpennen dürfte, wenn er sich zum x-ten Mal irgend eine Surf-Szene anschauen muss, ohne dass diese auch nur annähernd dem Fortgang der Handlung gut tut. Erst wenn unsere Big Mama auftaucht, wird es doch noch einmal unterhaltsam, aber eben leider nur für einen viel zu kurzen Moment.

Ansonsten hält sich schauspielerisch alles auf Troma-Niveau, was heißt, dass die Darsteller natürlich allesamt absolut typisch für das Genre sind und somit wenigstens einen Lichtblick geben, mit ihrer mitunter völlig übertriebenen Spielweise, die besser zu Troma passt, als der ganze klägliche Rest. Vor allem Mama-Darstellerin Gail Neely, macht ihre Sache (aus Troma-Sicht) wirklich verdammt solide. Schade, dass es dem restlichen Film nur nicht wirklich etwas nützt.

Fazit: Trashig und unterhaltsam, dass ist eigentlich das Markenzeichen von Troma, doch "Surf Nazis must die" ist leider trashig und megalangweilig. Aus der herrlich abgefahrenen und politisch völlig inkorrekten Geschichte, hat Regisseur Peter George leider nur einen Langweiler aller erster Güte gezaubert, der sich nicht nur in viel zu vielen Surf-Szenen verliert, sondern einen auch mit schnarchlahmen und meist alles anderen als unterhaltsamen Dialogen, an den Rand des Einschlafens bringt. Dazu (fürs Label) viel zu wenig Gore-Effekte und auch sonst kaum ein Detail, was einen Trashfilm zu einer wirklichen Stimmungskanone machen kann. Troma-Komplettisten schauen mal rein, alle anderen dürfen diesen Streifen aber ruhig im Videotheken-Regal einstauben lassen und sich lieber zum 100 Mal den guten Toxie geben!

Wertung: 2,5+/10 Punkte

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