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„Ran“ ist ein monumentales Meisterwerk von Japans bekanntesten Regisseur Akira Kurosawa. Zu recht hat er dafür einen Oscar bekommen.


Für Fürst Hidetora wird es Zeit, abzutreten. 50 Jahre lang hat er geherrscht, ist in Kriege gezogen, hat Menschen brutal umgebracht. Nun soll einer seiner drei Söhne seine Nachfolge antreten. Er entscheidet sich für seine ältesten Sohn Taro. Er soll die komplette Herrschaft übernehmen. Seine anderen beiden Söhne Jiro und Saburo bekommen jeweils eine Burg, auf deren Hidetora immer willkommen sein soll. Saburo aber wendet sich gegen die Idee seines Vaters. Seine Brüder wären Machtbesessen, Hidetoras Idee keine Gute. Auch der Diener Tango schließt sich Saburo an. Voller Zorn verstößt Hidetora seinen Sonh und Tango.
Ein großer Fehler, wie sich zeigen wird. Taro und Jiro verändern sich schnell und bald ist der Vater selbst der Gejagte. Ziellos wandert er umher, gejagt von seinen Söhnen und dem Wahnsinn immer näher...


„Ran“ ist ein Epos der ganz großen Sorte. Ca. 150 Minuten lang schlagen dem Zuschauer wuchtige Bilder entgegen, in denen die großen Schlachten ganz klar den Höhepunkt bilden.
Kurosawa versteht es wie kein zweiter, opulente Bilder einzufangen, die mit erstklassiger Musik unterlegt sind. So wird die erste Schlacht fast stumm dargestellt, nur mit melancholische Musik wird das Grauen unerlegt. Menschen sterben lautlos, nur eingefangen durch die Musik. Und in alle dem sitzt Hidetora, verraten von seinen eigenen Leuten, verraten von seinen eigenen Söhnen.

Schauspielerisch ist „Ran“ auch eine wahre Pracht. Wirkt anfangs noch alles ruhig, so ändert sich das ziemlich schnell. Lug und Trug beherrschen später das Geschehen, jede Aktion wird von hervorragenden Schauspielern getragen. Dabei sind natürlich die Protagonisten wie Fürst Hidetora eine Klasse für sich. Er spielt den alternden Fürsten meisterlich. Wenn er still in der brennenden Burg sitzt oder wahnsinnig durch die Gegend streift, sind ganz starke Momente in „Ran“.
Doch nicht nur die männlichen Protagonisten sind klasse besetzt, auch die weiblichen Darstellerinnen dürfen zeigen, was in ihnen steckt. Denn die Geschehnisse in „Ran“ werden später deutlich von den Frauen beeinflusst. Jiro entscheidet später gar nicht mehr alleine, sondern ist nur noch der Frau seines Bruder, Kaeda, hörig. Und wenn zu viele Frauen am Start sind, muss natürlich gehandelt werden. Kaeda ist ein hinterhältiges Biest mit eigenen Interessen, die Jiro nicht zu ahnen vermag.

Natürlich ist „Ran“ auch eine optische Bombe. Angelehnt an die Traditionen Japans im 16. Jahrhundert gibt es wunderschöne Kostüme in vielen Farben. Dann lässt Kurosawa Hunderte von Statisten in die Schlacht ziehen, und das nicht nur einmal. Schnelle Kamerawechsel, dann wieder Zeitlupeneinstellungen, die Schlachten sind eine wahre Pracht für das Auge, beschönigen nichts. Dabei werden die Soldaten nicht einfach von einem Pfeil getroffen und sterben, nein, gleich 10 Pfeile treffen sie, blutend liegen sie auf dem Boden und verenden langsam. Genau so stellt man sich eine Schlacht vor.


Fazit: „Ran“ ist ein Epos, was man gesehen haben muss, auch wenn es für den Durchschnittszuschauer mal wieder zu lang sein dürfte. Aber es lohnt sich. „Ran“ wird nie langweilig, besticht durch exzellente Bilder und hervorragenden Schauspielern. „Ran“ ist definitiv ein Must-see.

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