Review

Die Kurzgeschichten von Philip K. Dick werden immer wieder gerne verfilmt, oft in Hollywood, aber auch als B-Filme wie „Screamers“.
Die Story spielt in ferner Zukunft auf dem Bergbauplanen Sirius 6B, auf dem sich seit einiger Jahren NEB und Allianz bekriegen. Die NEB hat den Planeten mit Atomschlägen verwüstet, doch den Krieg um den Abbau eines neuen, aber nicht ganz ungefährlichen Rohstoff konnte keiner für sich entscheiden. Soweit die Vorgeschichte, die vor allem via Texttafel erzählt wird, aber auch anhand einiger Bilder vom Bunkerleben von Hendricksson (Peter Weller) und seinen Allianzsoldaten verdeutlich wird (darunter auch Liliana Komorowska, die Ehefrau von Regisseur Christian Duguay).
Um den Kampf gegen die besser finanzierte NEB durchzuhalten setzte die Allianz auf der Erde entwickelte Killermaschinen namens Screamer ein, die immer noch funktionieren. Die kleinen Biester reagieren auf menschlichen Puls, stoßen beim Angriff einen betäubenden Schrei aus und säbeln ihre Opfer via eingebauter Kreissäge klein. In einer temporeichen Szene wird ein NEB-Soldat vor Hendrickssons Bunker von den Screamern erledigt, die mit ihrer ausgefallenen Art schnell das Zuschauerinteresse wecken.

Doch der Getötete hat eine Botschaft bei sich, die zu Friedensverhandlung aufruft. Zwar häufen sich die Zeichen, dass die Botschaft gefälscht sein könnte, doch Hendricksson und der frisch als Verstärkung eingetroffene Jefferson (Andrew Lauer) machen sich auf dem Weg zum NEB-Kommandobunker…
Die politische Hintergrundgeschichte ist nicht uninteressant, gerät mit zunehmendem Filmverlauf jedoch immer weiter ins Hintertreffen. Stattdessen konzentriert sich der Film vielmehr auf die titelgebenden Screamers, die auch die Fähigkeiten zur Evolution beherrschen, nun mit verfeinerten Techniken auf Menschenjagd gehen und dabei nicht zwischen den Kriegsparteien unterscheiden. Einige Fragen werden nicht genau geklärt (z.B. ob die Botschaften eventuell von den Screamern manipuliert wurden oder wer sonst dahinter steckt), doch abgesehen davon ist die Geschichte recht gut erdacht.

Bald wird das Geschehen zum Überlebenskampf, bei dem die eigentliche Zugehörigkeit zu einer ehemaligen Kriegspartei nicht mehr wichtig ist, auch wenn man sich gelegentlich Schuldzuweisungen wegen Atombombenabwürfen und Einsatz der Screamer gegenseitig an den Kopf wirft. Langsam bricht das Weltbild der Charaktere um Hendricksson zusammen, denn der Plot hält einige Überraschungen parat, die nur zu kleinem Teil vorhersehbar sind (Stichwort verletzter Soldat), aber sonst ziemlich fies und unerwartet daherkommen (vor allem gegen Ende). Auch die angedeutete Schlusspointe ist recht einfallsreich.
Besonderen Anteil am Gelingen von „Screamers“ hat jedoch Christian Duguay, der aus dem knappen Budget des Films wirklich viel rausholt. Die verlassenen Oberfläche und die kargen Bunker kommen deutlich atmosphärischer rüber als in manch anderem Sci-Fi-Film der B-Klasse. Auf diese Weise tröstet Duguay dann auch über die Hänger des Films hinweg, der erste davon ist die lange Einführung (die aber zur Erklärung des Szenarios nötig ist), Numero zwei die Wanderung vorm Showdown, die nach einem heißen Bunkergefecht ein echter Abfall ist.

Action ist eher dünn gesät, doch wenn es dann rundgeht, dann zeigt sich Duguay in gewohnt guter Form: Vor allem das mit Gewehr und Flammenwerfer ausgetragene Gefecht um Hendrickssons Bunker macht Laune, die sonstigen eher kleinen Scharmützel gegen die Screamers sind jedoch auch nett geraten, in denen sich Hendricksson und die anderen mit Händen, Füßen und allen gerade greifbaren Waffen gegen die Viecher wehren.
Peter Weller ist ja in Hollywood quasi ausgemustert worden, doch als alter kriegsmüder Kommandant überzeugt er in diesem B-Film. Auch der Rest der Truppe spielt auf solidem B-Niveau, wenngleich man keine Glanzleistungen verzeichnen kann.

Alles in allem bietet „Screamers“ trotz geringem Budget und wenig Action gute Sci-Fi-Unterhaltung, dem recht ordentlichen Script und Christian Duguays Inszenierung sei dank.

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