Die Grundlage für "Screamers" bildet die Kurzgeschichte "Second Variety" von Philip K. Dick (Total Recall, Next, Minority Report). Mit Dan O´Bannon (Alien, Dead & Buried) und Miguel Tejada-Flores (Fright Night II, Faust: Love of the Damned) konnte schon mal nicht viel schiefgehen. Probleme dürfte Regisseur Christian Duguay (Art of War, Hydrotoxin) höchstens das geringe Budget bereitet haben. Man sieht es bei einigen Spezialeffekten auch überdeutlich, die Computeranimationen lassen teils stark zu wünschen übrig, selbst für das Entstehungsalter.
Planet Sirius 6B 2078: Auf dem Planeten herrscht Krieg zwischen den Rebellen und der NEB. Joe Hendricksson (Peter Weller) ist mit seiner Truppe schon lange auf dem Planeten und wartet auf Befehle. Zu ihrer Verteidigung haben sie kleine Roboter, namens "Screamers", die einen Boten der NEB in Stücke sägen. Er trug eine Nachricht bei sich, die den Krieg beenden könnte. Sofort macht sich Hendricksson mit dem jungen Scharfschützen Ace Jefferson (Andy Lauer) auf den Weg zu weiteren Verhandlungen. Doch nicht der Krieg gefährdet den Planeten, sondern die "Screamers" scheinen sich vermehrt und verändert zu haben. Es kommt zum Kampf zwischen Mensch und Maschine.
Eine Technik die von Menschen entwickelt wurde, wendet sich gegen ihre Schöpfer. Jedoch geht es hier nicht nur um die "Screamers", sondern erst einmal um die beiden Parteien, welche im Clinch miteinander liegen. Sirius 6B war mal ein sehr ergiebiger Planet, so wurde Berylium gefördert, doch dabei wurde auch radioaktive Strahlung freigesetzt. Es kam zum Aufstand der Arbeiter und die Regierung warf Bomben ab. Daher ist der Planet völlig zerstört und die Kulisse ist trotz des knappen Budgets hübsch endzeitlich. Zerstörte Städte, Militärbunker, oder unterirdische Gänge müssen als Set herhalten. Das Ganze wirkt nicht nur futuristisch, sondern auch sehr bedrohlich.
Nur der Anfang ist ein wenig lahm geraten, auch wenn er als wichtiger Ausgangspunkt für den weiteren Verlauf dient. Die Charaktere bleiben zu oberflächlich, über Hendricksson erfahren wir nicht sonderlich viel, trotzdem findet der Zuschauer ihn sympathisch. Peter Weller (RoboCop, Naked Lunch) macht auch einen guten Job. Das erste Auftauchen der "Screamers" sorgt gleich für eine kleine Bluteinlage, wenn dem armen Postboten Arm und Bein abgesägt werden. Und überhaupt geht es hier deftig zur Sache, wenn der Film in Fahrt ist. So tauchen immer mehr verschiedene Typen der "Screamers" auf und bald kann man Mensch und Maschine nicht mehr auseinanderhalten. Sogar in Kindergestalt oder als Verletzte täuschen die "Screamers" ihre Opfer, um sie dann zu töten.
Die Story schlägt dabei einige Haken und bietet nicht nur den trivialen Kampf Maschine gegen Mensch. So kann man sich nicht sicher sein, ob das Friedensangebot nur eine Finte ist und im Finale erlebt man eine tolle Überraschung, was die Killerroboter betrifft. Aber ein paar Fragen bleiben auch offen, so hätte bestimmt interessiert, wie sich die Roboter so schnell reproduziert haben und vor allem warum. Oder ob die "Screamers" mittlerweile auch die Regierung beeinflussen. Aber sie sorgen mit ihrem Auftreten für jede Menge Nervenkitzel. Besonders die Jagd im unterirdischen Bunkern sorgt für Hochspannung, insgesamt könnte der 104 Minuten lange Sci-Fi-Horror aber ein wenig mehr Action vertragen. Langeweile ist trotzdem ein Fremdwort.
Eigentlich dürfte man den Film für die Spezialeffekte nicht zur Verantwortung ziehen, aber Viele sehen nun mal aus, als wären sie am Heim-PC entstanden. Woran das liegt, brauche ich nicht nochmal zu erwähnen, mit mehr Kohle wäre deutlich mehr drin gewesen. Aber ein paar dicke Explosionen bekommt man trotzdem geboten und die Killerroboter hinterlassen auch einen passablen Eindruck. So sieht "Screamers" immer deutlich teurer aus, als er in Wirklichkeit war, knappe 12 Millionen Dollar durfte Duguay ausgeben und das für eine Kinoproduktion. An bekannten Gesichtern musste daher gespart werden, aber die Darsteller um Weller und Jennifer Rubin (Agoraphobia, Red Scorpion 2) sind durchweg ordentlich.
Spannender Sci-Fi-Horror mit wendungsreicher Story, aber flauen Tricks. Der Auftakt könnte temporeicher von Statten gehen und ein paar Fragen bleiben natürlich offen.