Review

"Screamers" basiert auf der exzellenten Kurzgeschichte "Variante 2" von Philip K. Dick und gleicht dieser, im Gegensatz zu anderen Dick Verfilmungen, fast aufs Haar.
Die wenigen Veränderungen findet man am anderen, etwas optimistischeren Ende, eine Verlagerung der Geschichte von der Erde auf einen anderen Planeten (später mehr dazu) und ein paar kleinen Nebenhandlungen und -Personen, die aber nicht großartig ins Gewicht fallen und wohl nur dazu dienten, den Film zu verlängern.
Dieser ist vom Ansatz eigentlich gut, leider mangelt es aber stark an der Ausführung. Obwohl er für die Kinos produziert wurde, begleitet ihn ein eklatanter Billig-Look, was bei den wenigen dürftigen Kulissen anfängt, über die Optik weitergeht (Screamers sieht fast schon aus wie auf Video gefilmt, was irgendwie typisch für kanadische Filme ist) und bei den ziemlich zweitklassigen Darstellern endet. Diese stellen ihre Charaktere zwar recht glaubwürdig dar, das wars aber schon. So recht überzeugen können sie nicht und im Grunde ist ihr Schicksal dem Zuschauer egal. Einzig Peter Weller sticht etwas heraus, aber auch er kann hier nicht viel retten.
Das größte Manko ist aber meiner Meinung nach, dass man der Geschichte den ursprünglichen, realen Hintergrund genommen hat. Dicks Vision spielte nämlich eigentlich auf der Erde, wo nach einem verheerenden Atomkrieg nur noch wenige Menschen, gegliedert in Russen und Amerikaner, Krieg gegeneinander führten. Der Rest der Überlebenden ist auf den Mond geflüchtet.
Im Film kommt es einem fast so vor, als ob man verschiedene Dick Geschichte zusammengemischt hat, denn dort ist von Bergbau auf anderen Planeten, Sirius B etc. die Rede. Meiner Meinung nach wurde die Handlung damit und mit einer vermeindlichen Intrige gegen die Soldaten auf Sirius B etwas überfrachtet, was bei einem Film dieser Art einfach unnötig ist. Weniger wäre hier mehr gewesen!
Denn so (und durch die mittelmäßigen Darsteller) verliert der Film den Blick für das Wesentliche, was die Story eigentlich ausmacht, nämlich das psychologische Kammerspiel zwischen den Hauptprotagonisten: Wer von ihnen ist ein Screamer und wer nicht? Wen kann man trauen? All das rückt leider etwas in den Hintergrund und ist zu vorhersehbar...
Insgesamt ein brauchbarer, leidlich spannender Film, bei dem man mit einer Überarbeitung des Drehbuchs und professionellen Schauspielern sicher sehr viel hätte gewinnen können.
Aber es hätte genauso gut auch viel schlimmer kommen können, denn unterhaltsam ist Screamers alle mal!
Daher
7/10

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