Review
von Leimbacher-Mario
High Concept, Low Budget
Mitte der 90er wurde es um B-Movies mit Charakter schon langsam dünn. Während ein Jahrzehnt vorher die mehr oder weniger kreativen Produktionen noch wie Pilze aus dem Boden schossen, vor allem nach Hits wie „Escape From N.Y.“ oder „Alien“, wagten eine Dekade später schon wesentlich weniger Produzenten groß zu denken trotz kleinem Portemonnaie. „Screamers“ ist die Ausnahme und hat ein starkes, groß gedachten Konzept trotz seines schmalen Geldbeutel. Er spielt auf einem fremden Planeten, in der Zukunft, nach einem zerstörerischen Krieg und auch noch mit alienartigen Tech-Monstern, die titelgebend laut schreien, wenn sie angreifen. All das klingt nach „Starship Troopers“ oder „Aliens“, hat auch definitiv Anflüge davon, doch von seiner Machart und seinem Budget, erinnert das etwas überambitionierte Abenteuer eher an Titel wie „Death Machine“ oder „Dust Devil“, was sich aber ja ebenfalls aufhorchen lässt. Zumindest eingefleischtere Genrefans, bei denen es ruhig auch mal nicht Liga 1 sein muss.
Die Philip K. Dick Adaption lässt Peter „Robocop“ Weller auf einer isolierten und abgelegenen Minenkolonie gegen die schreienden Roboter kämpfen - und man kann sich diesen Fight durchaus geben. Ich würde behaupten, dass ich „Screamers“ mehr mag als der Durchschnitt und mich fast als Fan ansehen. Und da bin ich zum Glück nicht alleine. Im Heimkino reichte der Erfolg dann sogar noch zu einer späten DTV-Fortsetzung, die man ebenfalls gucken kann, die jedoch nicht mehr den Charme und das Handgemachte des Originals besitzt. Besonders die Atmosphäre - voller Angst, Paranoia, Kälte und Einsamkeit - bleibt bei „Screamers“ hängen. Inklusive wunderschöner Matte Paintings und Landschaften, manche davon echt (in Kanada), manche davon sympathisch gemalt. Peter Weller taugte auch Mitte der 90er noch zur Identifikationsfigur und der Film legt eine gesunde Härte an den Tag. Bei den Effekten war dann ganz eindeutig eher Schmalhans Küchenmeister, doch da drücke ich meist ein Auge zu oder schiebe es in die Kategorie „gut gemeint, nicht gekonnt“. Für Fans von „Pitch Black“ bis „The Thing“ kann man diesen lautstarken Sci-Fi-Actioner nur empfehlen. Über die Nische und den Geheimtipp wird er allerdings wohl nie herauskommen. Man versteht wieso, schließt ihn aber trotzdem ins Herz. Ich zumindest.
Fazit: viel Leidenschaft und Atmosphäre für wenig Geld. Damals ging das noch. „Screamers“ ist ein B-Movie, wie ich sie liebe. Klein, fein, gemein. Heutzutage undenkbar. Robocop gegen eine Kolonie tödlicher Schreihälse... durchaus klasse! Trotz übler Effekte.