Die Romane des Science-Fiction-Autors Philip K. Dick bildeten die Grundlagen zu Filmen wie „Blade Runner“, „Total Recall“ oder „Minority Report“. Auch „Screamers“ basiert auf einer Kurzgeschichte Dicks. Ihn unterscheidet eins aber deutlich von diesen Blockbustern – das Budget. Regisseur Christian Duguay („Art of War“, „Extreme Ops“) standen für diese Adaption gerade mal 11 Millionen Dollar zu Verfügung und so haftet seinem Film deutlich ein B-Flair an. In diesem Fall nichts Schlechtes, denn postapokalyptische Zukunftsszenarien vermitteln dank der kostengünstigen Inszenierung und den improvisierten Sets ihre ganz eigene, schmuddelige, trostlose Atmosphäre, die man in teuren Produktionen nur ganz selten hinbekommt und mir inzwischen ans Herz gewachsen sind
Die Hintergrundgeschichte um den Welten übergreifenden Krieg und politische Ränkespiele strickt Drehbuchautor Dan O’Bannon („Alien“, „Total Recall“, „Blue Thunder“) zwar unnötig komplex, so dass die erste halbe Stunde im Bunker etwas zäh verbracht wird, die Wanderung des kommandierenden Hendricksson (Peter Weller, der es nach den beiden „Robocop“ –Filmen schwer hatte gute Rollen zu bekommen) zum Frieden anbietenden Gegner fällt dafür aber umso atmosphärischer aus.
„Screamers“ hat nicht besonders viel Action. In einigen Szenen sind Schnitte für ein R-Rating leider deutlich zu erkennen. Dennoch sind die Kämpfe gegen die Screamers, jene inzwischen autark arbeitenden, tödlichen Robotereinheiten, die den Bodenkampf auf dem Planeten komplett zum Erliegen gebracht haben, gemessen am Budget, handwerklich klasse und vor allem abwechslungsreich inszeniert. Beobachterperspektiven wechseln in die Egoperspektive der Roboter, wo das Geschehen kurzzeitig durch deren Displays verfolgt wird. Tricks wie Effekte sind auf B-Niveau, nichts desto trotz aber ordentlich gemacht. Von den sich durch den Boden pflügenden „Killermaulwürfen“, bis hin zu weiterentwickelten Typen sind hier einige Überraschungen versteckt. Dicks Motive, dass sich die Schöpfung gegen seinen Schöpfer richtet und Roboter menschlich werden, sind auch in diesem Film vorzufinden, werden aber meist nur angerissen. Duguay wollte hier keinen anspruchsvollen Klassiker, sondern lineare Unterhaltung drehen und das gelingt ihm auch.
Neben einem routiniert aufspielendem Peter Weller, der sich als erfahrener, lakonischer Haudegen bewährt, fällt besonders Jennifer Rubin auf- wenn auch nur optisch. Das ehemalige Model ist zumeist in B-Movies zu sehen und schlägt sich hier ganz achtbar aus der Affäre, während Roy Dupuis, bekannt aus der Serienauflage von „Nikita“, als aggressiver Psychopath durch den Film streifen darf. Der Rest ist Staffage und müht sich auch nicht sonderlich hervorzustechen.
Seine Stärke bezieht der Film eindeutig aus der kalten, unwirtlichen Kargheit des in einen ewigen Winterschlaf gefallenen Planeten. Insbesondere die gemalten Hintergründe, in denen dann meist zerfallene Bauwerke und zerklüftete Gegenden zu sehen sind, vermitteln pessimistisches Endzeitfeeling. Kein Charakter hat auf diesem Planeten noch etwas zu gewinnen, jeder will weg, aber nicht alle werden es schaffen.
Auf sein Finale zulaufend hat „Screamers“ noch einige böse Überraschungen zu bieten, die dann für einen Anstieg des Bodycounts sorgen. Neben Plutoniumgranaten werden Flammenwerfer eingesetzt, was optisch, für ein B-Movie, einiges hermacht. Mit einer fiesen Idee abschließend kann man als Fan der sparsamen Science-Fiction-Kost eigentlich durchgehend zufrieden sein. Sicher hätte dem Film etwas mehr Charakterausbau gut getan, denn letztlich werden hier nur einsilbige Stereotypen präsentiert, aber das kann bei so einer Produktion auch fürchterlich nach hinten los gehen und dann passagenweise Langeweile bedeuten.
Fazit:
„Screamers“ ist ein Geheimtipp für Fans von B-Science-Fiction. Gemessen am begrenzten Budget hat Christian Duguay hier das Optimum heraus geholt. Die Kämpfe gegen die Screamers hätten zwar etwas ausufernder sein können und später den Härtegrad des Anfangs beibehalten dürfen, aber letztlich kann man mit diesem sehr atmosphärischen, kurzweiligen Science-Fiction-Streifen, dank Peter Weller, netter, altmodischer Effekte und einigen Überraschungen sehr zufrieden sein.