Nach einem beachtlichen Intermezzo in einer intelligenten Komödie ist Will Ferrell mit „Die Eisprinzen“ wieder im heimischen Viertel angekommen, was auch irgendwie verständlich ist, sieht man die Einspielergebnisse, die seine poltrigen Exzessen in den Staaten auslösen.
Es ist also wieder Klamauk angesagt, diesmal in einer typischen Sportkomödie, also wird fröhlich aus den Subgenres „Underdogs“ und „Fish-out-of-Water“ gemischt, indem man Ferrell und seinen Partner Jon Heder als Eiskunstläufer (schon solo an sich kaum zu glauben) auch noch als Paar zusammenbringt.
Die Story ist mehr das übliche Vehikel, zwei gegensätzliche Eiskunstläufer lösen einen Eklat aus, werden gesperrt, kommen runter und bekommen im Paarlauf die Chance ihres Lebens auf olympisches Gold, nur müssen sie als Männerpaar in der üblicherweise gemischten Disziplin antreten.
Ein Schelm, wer da nicht sofort an Schwulenwitze denkt, allein bei einem Sport, der, wie im Film gesagt wird, „an sich schon schwul genug ist“.
Tatsächlich ist ein gutes Quantum Homosexuellenhumor für Heteros auch hier enthalten, aber, und das ist ein Glück, entblödet sich hier nie irgendjemand, um sie irgendwo im Rinnstein der Zeitgeschichte breitzutreten.
Im rechten Moment wird meistens ironisch gebrochen, Ferrell spielt den sexsüchtigen Übermacho neben Heders jungfräulichem Millionärskind, der mit der Realität nicht so viel zu tun hatte. Wer hier Frau und Mann im Paar darstellt, dürfte klar sein.
Was daraus wird, ist die übliche Reizchemie: Ferrell poltert, Heder kontert in aller Unschuld und die Beteiligten hoffen, das daraus Funken schlagen. Das geschieht tatsächlich, aber weniger wegen der abgedroschenen Storykonstellation, sondern mehr wegen Heders außergewöhnlicher Leistung (Ferrell bietet bestenfalls Standard und kann sich über seinen starken Partner nur freuen), die schwere Rolle gut und witzig zu verinnerlichen.
Inhaltlich passiert nicht wirklich viel Neues, das Ende ist von Anfang an klar und dazwischen gibt einiges Spaßiges auf erschwinglichem Niveau und erfreulich wenig echte Geschmacklosigkeiten, wie sie z.Zt. üblich sind.
Die Eissequenzen sind ausnehmend gut gedreht und getrickst, hier liegen eindeutig die Stärken von „Blades of Glory“, der tendenziell mit mittelmäßigem Aufwand einfach breitflächig abräumt, da praktisch außer Intellektuellenhumor fast die ganze Bandbreite bedient wird, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven.
Letztendlich ein Film, den die Welt nicht gebraucht hat, der aber auch niemandem weh tut, dafür aber soliden Spaß produziert, der natürlich kaum in die Geschichte eingehen wird, über den man sich aber auch nicht ewig aufregen muß. (7/10)