"This Is England" zeichnet das gesellschaftliche Klima Englands zu Zeiten des Falkland-Krieges anhand einer Skinhead-Clique nach, wobei endlich einmal nicht die Gewalt im Vordergrund steht, sondern der positive Effekt der Freundschaft der einzelnen Jugendlichen und jungen Erwachsenen untereinander, bis auch sie die politische Realität in Form von rassistischen Hetzern und Scharfmachern erreicht.
Die Darstellung der Clique, verkörpert von ausnahmslos großartigen Jungschauspielern, geriet dabei herzerfrischend klischeefrei und unpeinlich und ist damit vermutlich näher an der damaligen Realität als andere Filme, denen ein ähnliches Thema zugrunde liegt. Schwarz-Weiß-Malerei findet sich hier ebenso wenig wie der moralische Zeigefinger. Statt dessen wird eindrucksvoll aufgezeigt, wie ein Krieg auch fernab der Heimat seine Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Jugend hat und wem all das nützt. Was die Clique betrifft, frage ich mich aber, ob es seinerzeit tatsächlich üblich war, sich 12-jähriger in der Art anzunehmen, wie es das Punkmädel tut...?!
Ein überraschend sensibler Film, wie er eigentlich auch nur aus England kommen kann. Lediglich die Schlussszene, in der Shaun die England-Flagge wegwirft, empfand ich als übertrieben, wenngleich sie ihre pathetische Wirkung nicht verfehlt.