Review

Hey, das ist ja lustig. Ich dachte ich hätte schon längst meinen Senf zu diesem Film abgegeben. Nun, um nicht nur mich sondern auch euch, die ihr euch mit Sicherheit ausgiebig über diesen Film informiert habt (wenn nicht, los, los die anderen lesen): Ich bin genau der entgegengesetzten Meinung der anderen Reviewschreiber hier.


The Signal ist ein Low-Budgeter aus den Vereinigten Staaten - was etwas verwundert. Denn die Akteure sehen irgendwie verdammt nach Engländern aus. Also nicht dass ich irgendwelche Vorurteile hätte.

Egal. Hat jemand von euch den Stephen King Wälzer Puls gelesen? Wenn ja, könnt ihr schonmal bis zum nächsten Absatz weiter springen. Denn Puls und The Signal haben ein und dieselbe Story. Aus unerfindlichen Gründen (bei King ist es ein Puls aus dem Mobiltelefon, hier ein Signal aus dem Fernseher - zumindest deutet alles darauf hin) werden von einer Sekunde zur Anderen die Menschen zu wütenden Bestien und fallen übereinander her. So ein wenig wie in einem dieser Filme in denen die toten plötzlich umher wandeln und ein unstillbares Verlangen nach frischem Menschenhirn haben. Wir folgen einer jungen Frau, die sich von ihrem Lover getrennt hat, kurz bevor Chaos und Anarchie die Stadt zu ersticken drohen, um ihn später an einem Bahnhof wieder zu treffen. 

Nun, die Ausgangssituation liegt damit schon mal klar auf der Hand. Die Regieneulinge Bruckney und Bush halten sich aber nicht eine stringente Erzählweise, sondern präsentieren uns eher 3 Kurzgeschichten, die alle dasselbe Setting, aber eine andere Herangehensweise an die Thematik besitzen. Im ersten Teil werden uns die Hauptdarsteller näher gebracht und die Situation vorgestellt. Hier herrschen Spannung, Dramatik und Paranoia. Nun beim genauen betrachten sollen diese Gefühle vorherrschen – ich jedenfalls empfand sie nicht. Ich störte mich eher am etwas grieseligen, wackligen Videolook und dem fehlenden Gore. Ehrlich, ich verstehe beim besten Willen nicht was man an The Signal für die KV schneiden musste. Sämtliche blutigen Szenen geschehen entweder im Off, oder sind zu schnell oder zu verwackelt um großartig was zu erkennen. Nun, ich nehme also die Fernbedienung zur Hand und will gerade auf „Off“ schalten, da beginnt der zweite Teil. Und ganz ehrlich, ich weiß nicht was die anderen alle haben, aber ich hab mich weggeschmissen vor lachen. Dieses Segment ist absolut und zutiefst schwarzhumorig. Paranoia-feeling gibt’s da natürlich keins mehr, aber egal, fand ich ja eh nicht so prickelnd. Dann doch lieber diesen „voll auf die Nüsse“-Humor der teilweise schon fast ZAZ-Qualität erreicht. Für einen billig produzierten Film der absolute Ritterschlag. Leider währt dieser Teil natürlich nicht ewig und so finden wir uns zurück im letzten Stück und das ist dann auch mit Abstand das Schwächste. Spannung kommt gleich gar keine mehr auf und diese furchtbare Romanze hätte man sich auch sparen können. 

Wäre der ganze Film auf Niveau des mittleren Segments, ich wäre genötigt eine 8 zu vergeben. Leider vermiesen es mir die beiden umgebenden Teile, die zwar OK sind, aber zu keinem Zeitpunkt die Stimmung vermitteln, die sie beabsichtigen. Mag sein dass da ein wenig Gore nachgeholfen hätte. So gibt es leider nur 6 angstresistente, blutleere und teilweise auch langweilige Punkte.

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