Zuviele Köche verderben den Brei, für "The Signal" wäre eine Person mit Sicherheit besser gewesen. Denn jeder hat einen eigenen Stil, so wurde dieser Horrorthriller in drei Episoden (Transmissions) aufgeteilt. Denn wir haben hier drei Regisseure am Start und die wollen alle ihr Können beweisen. Jacob Gentry (Last Goodbye, My Super Psycho Sweet 16) nebst den zwei Neulingen David Bruckner und Dan Bush ist auch für das Drehbuch verantwortlich. Jeder darf ein Drittel des Films in Szene setzen, gelungen ist jedoch nur die erste Episode.
Mya Denton (Anessa Ramsey) will ihren Mann Lewis (AJ Bowen) verlassen. Schon lange geht sie mit dem jüngeren Ben Capstone (Justin Welborn) fremd. Eines abends kommt Mya nach Hause und Lewis erschlägt vor ihren Augen seinen besten Kumpel. Überhaupt benehmen sich sämtliche Menschen seltsam und bringen sich gegenseitig um. Grund dafür ist ein seltsames Signal, welches aus jeglichen Medien gesendet wird. Mya gelingt es aus dem Hochhaus zu entkommen. Sie will zum Bahnhof, wo sie sich mit Ben am nächsten Tag verabredet hat, um ein neues Leben zu beginnen. Auch Ben ist auf der Suche nach seiner Mya und Lewis ist mittlerweile völlig durchgedreht und mordet sich durch die ganze Stadt.
Wir werden unweigerlich an einige Zombiefilme erinnert. Es wird eine Ursache genannt, doch keine Erklärung. So geht es auch mit dem dubiosen Signal, welches plötzlich auftaucht. Auf den Fernsehern sind seltsame Farbenkombinationen zu sehen und ein komisches Rauschen. Dies kommt auch aus dem Radio, der Stereoanlage oder dem Telefon. Es ist schwer dem Signal nicht ausgesetzt zu sehen, wenn jedes Medium davon eingenommen ist. Doch wer sendet dieses Signal und vor allem warum ? Ist es doch nur eine technische Störung ? Unser Trio macht sich nicht mal die Mühe auch nur den Hauch einer Erklärung beim Zuschauer abzuliefern. Was gar nicht so ins Gewicht fallen würde, wenn "The Signal" gut unterhalten würde. Doch weit gefehlt, nur die erste halbe Stunde hat es wirklich in sich.
Die Charaktere gibt es im Schnellverfahren, Mya und Ben planen zu verschwinden und ein neues Leben zu beginnen. Dafür muss Mya erst einmal ihren Lewis verlassen. Ein weiteres Problem offenbart sich bei den Hauptfiguren. Höchstens Ben verdient ein paar Sympathiepunkte, doch der Rest bleibt links liegen. Trotzdem ist der Beginn vielversprechend und die Szenen im Hochhauskomplex sehr beklemmend und bedrohlich. Lewis erschlägt plötzlich seinen besten Kumpel, auf den Fluren bringen sich die Bewohner gegenseitig grausam um. Mya hat Glück und kann mit Rod (Sahr Ngaujah) entkommen. Doch plötzlich beginnt Transmission II, Mya wird aus dem Geschehen vorerst völlig entfernt und es kommen einige Charaktere hinzu. Vor allem Lewis übernimmt hier den Hauptpart. Es geschehen einige Morde, doch der Humor beisst sich derart mit dem ernsten Geschehen. Auch Ben, der auf der Suche nach Mya ist gerät vällig aufs Abstellgleis. Desweiteren macht man erst gigantische Szenensprünge, um dann in zahlreichen Rückblenden zu erzählen, in Transmission III verliert man dann komplett den Überblick. Ein richtiges Finale gibt es gar nicht und warum fahren überhaupt noch Züge, wenn das Signal schon in jeglichem Stromkreis wütet.
Die Kulisse ist dem Trio aber gut gelungen, es gibt einige Aufnahmen der menschenleeren Stadt. Umgekippte Autos, einige Leichen und Brände komplettieren die unheimlichen Bilder. Auch bei den Goreeffekten hält kein CGI Einzug, viele der Morde geschehen aber nur im Off. Da die Menschen zum normalen Denken nicht mehr in der Lage sind, wird so gut wie jeder Gegenstand zum Morden zweckentfremdet. Sei es eine spitze Luftpumpe, eine Spritze für Ungeziefermittel oder auch selbstgebastelte Stichinstrumente. Besonders die zweite Episode ist ganz schön blutig geworden, übertrieben wird es jedoch nie. Die Darsteller agieren von durchschnittlich bis überdurchschnittlich, besonders AJ Bowen (Creepshow 3, The House of the Devil) nimmt man den Psychopaten gut ab. Anessa Ramsey und Justin Welborn (Final Destination 4, Dance of the Dead) agieren passabel, jedoch fällt es dem Zuschauer schwer, sich mit diesen Figuren zu identifizieren.
Es beginnt vielversprechend, wird jedoch immer undurchsichtiger, der auftretende Humor will in keiner Szene passen und vor allem wird es langweilig. Mit Episode drei ist dann der entgültige Tiefpunkt erreicht, dabei sind die Darsteller, Kulissen und der Score nicht von schlechten Eltern. Da hat man eine brauchbare Idee einfach in die Tonne gekloppt.