Inhalt:
Die von der Natur nicht gerade bevorteilte Aki arbeitet in einem Kino als Filmvorführerin und wird von einem Geist in Form eines kleinen Jungen heimgesucht. Fortan treibt in Japan ein Serienkiller sein Unwesen, der seinen weiblichen Opfern die Eierstöcke entfernt, was ein gefundenes Fressen für die Journalistin und einzige Freundin von Aki ist. Diese Freundin verschafft der schüchternen Aki ein Date mit einem Mann, der verheiratet ist und zugleich auch gern mal mit der Journalistin ins Bett hüpft. Bei so einer Konstellation kommt es natürlich bald zu Reibereien und das ganze endet in einem derben Finale, in dem der Geist des Jungen eine große Rolle spielt.
Kritik:
Zu diesem Film eine Kritik zu schreiben, fällt mir schwer, da er sehr komplex ist und viel Symbolik enthält, die ich nicht komplett entschlüsseln konnte (ja, das heißt ich hab den Film nicht so ganz verstanden). Doch gerade dadurch geht für mich von dem Film etwas ganz besonders aus, da viele Fragen offen bleiben und mich nach Tagen noch beschäftigen. Selbiges gilt auch für einige Werke von David Lynch, wobei es für diese Filme zwar verschiedenste Interpretationen gibt, mit welchen ich mich aber nicht beschäftige, da ich mir den Reiz des Ungewissen behalten möchte.
Mit dem ersten Teil hat diese Fortsetzung kaum etwas gemein, bis auf den Jungen namens Hideki, der hier als unheimliches Wesen seine Runden macht. So taucht er nur für Aki sichtbar im Kino auf oder sie sieht ihn im Hintergrund bei den Serienkillerreportagen ihrer Freundin.
Der Film nimmt sich sehr viel Zeit für seine drei Hauptcharaktere und lässt sich die Story langsam entwickeln. Die Beziehungen zwischen den dreien sind kompliziert, werden aber gut dargestellt.
Ungewöhnlich ist sicherlich, dass die Hauptfigur Aki nicht dem gängigen Schönheitsideal entspricht, sondern in der ersten Reihe stand, als Gott den Speck auf den Rippen verteilte. Auch vom Charakter her ist sie eine absolute Außenseiterin und der Zuschauer muss sich zwangsläufig in sie hineinversetzen. Sie wird aber niemals zum wandelnden Klischee, wie es mit Sicherheit der Fall gewesen wäre, wenn der Film nicht aus Fernost kommen würde.
Im Gegensatz zum ersten Teil wird in der ersten Stunde den Taten des Serienkillers wenig Zeit gegeben. Die graphische Darstellung der Gewalt wird stark zurückgefahren und man sieht zum Großteil nur das Ergebnis, aber nicht den Verlauf der Taten. Nur in einem Fall kann man äußerst unappetitlich mit ansehen, wie eine Frau mit heraushängenden Eierstöcken ihre letzten Atemzüge zu sich nimmt.
Wer hinter den Taten steckt, wird ungewöhnlicherweise sehr früh aufgezeigt, was ebenfalls im ersten Teil nicht der Fall war.
In dem gut halbstündigen Finale steigt der Blutgehalt dann stark in die Höhe und der Film holt all das nach, was er zuvor dezent zurückgehalten hat. Zwei Protagonisten liefern sich ein genial fotografiertes und visuell beeindruckend inszeniertes Duell, aber ich will nicht zuviel verraten. Nur so soviel: Das (Teppich-)Messer-Duell vor den weißen Laken und das Gerangel im überfluteteten Keller mit dem sich langsam rot färbenden Wasser sind der Knaller.
Wie schon der erste Teil versprüht dieser Streifen eine absolut dichte und unheimliche Atmosphäre. Der Film ist fast ausschließlich in einem Blauton gehalten, wobei die roten Farben besonders hervorstechen. Gerade im blutigen Finale kommt dies besonders zur Geltung.
Die einfach gehaltene Musik ala Goblin springt schnell auf den Zuschauer über und unterstreicht die dichte Atmosphäre perfekt.
Sicherlich ist dies ein ungewöhnlicher und für uns "Westliche" ein schwer verständlicher Film, aber wer mal etwas anderes sehen und nicht alles eindeutig auf dem Silbertablett serviert haben möchte, sollte dem Film ruhig eine Chance geben.