Inspiriert durch eine wahre Begebenheit, erscheint zu Beginn. Aber das wird ja gerne geschrieben, um den Zuschauer zu locken. Auf jeden Fall versuchen durch "Catacombs" wieder zwei Neulinge in der Filmbranche Fuss zu fassen. Auf Tomm Coker trifft das wirklich zu, doch David Elliot hat zumindest schon ein paar Drehbücher verfasst, zum Beispiel zu "Vier Brüder" mit Mark Wahlberg, oder dem gerade im Kino laufenden "G.I. Joe". Trotz der Vermarktung durch Lions Gate, ging dieser lahme Horrorthriller zu Recht unter.
Victoria (Shannyn Sossamon) besucht ihre Schwester Carolyn (Pink) in Paris. Die schleift ihre gerade angekommene Schwester auf eine Party in den Katakomben von Paris. Dort scheint auch ein wahnsinniger Killer sein Umwesen zu treiben. Victoria muss mitansehen, wie ihre Schwester getötet wird. Kurz darauf wird die Party von der Polizei unsanft beendet. Leider wird Victoria in den Katakomben vergessen. Sie hat sich schnell in dem Labyrinth verlaufen, fieberhaft versucht sie einen Ausgang zu finden. Doch auch der Killer ist noch in den Tunneln unterwegs.
Ein Fünkchen Wahrheit hat "Catacombs" doch zu bieten. Das circa 300 Kilometer lange Tunnelsystem unter Paris existiert wirklich und diente damals als Massengrab. Es sind auch schon Menschen dort verschwunden, die sich wahrscheinlich verlaufen haben und sogenannte Underground Partys sollen auch schon stattgefunden haben. Aber eigentlich befinden wir uns ja gar nicht in Paris. Elliot und Coker zeigen uns zwar einige Bilder von bekannten Sehenswürdigkeiten wie Notre Dame oder den Eifelturm bei Nacht, gedreht wurde aber in Rumänien. Trotzdem kommen die dunklen Katakomben sehr klaustrophobisch daher, eigentlich ein idealer Ort für einen Horrorfilm.
Man kommt auch recht schnell zur Sache, es dauert keine fünfzehn Minuten, da befinden sich Victoria, Carolyn und Freunde schon auf der Party in den Katakomben. Störend dabei, dass sich Coker und Elliot massig an Stilmittlen bedienen, um dem Zuschauer Augenschmerzen zu verursachen. Wackelkamera, flackernde Lichter, schnelle Schnitte und oft ist es so dunkel, dass man gar nichts erkennen kann. Ein wenig mehr Beleuchtung hätte den Sets gut getan. Stattdessen ist die einzige Lichtquelle meist nur eine Taschenlampe, die natürlich irgendwann den Geist aufgibt. Dank der Kulisse kann "Catacombs" einige spannende Momente verbuchen und final sogar noch für eine handfeste Überraschung sorgen, die aber arg weit hergeholt ist.
Einige Dinge sind wieder dermaßen unlogisch, dass sie wehtun. Warum entfernt sich Victoria von den anderen, wenn sie doch weiss, wie leicht man sich verlaufen kann. Und die Polizei schließt einfach nach ihrer Razzia ab, obwohl sich noch Menschen dort unten aufhalten könnten, was ja auch der Fall ist. Während ihrer Flucht vor dem Killer und der Suche nach dem Ausgang, trifft Victoria auf den Franzosen Henri (Emil Hostina). Warum sie ihn jedoch später einfach verletzt zurücklässt, bleibt auch unklar. "Catacombs" wird bald zur Geduldsprobe für den Zuschauer. Die Hauptdarstellerin schleicht ewig durch dunkle Gänge, kreischt mal ein bisschen, der Killer taucht leider gar nicht mehr auf, was aber auch seine Gründe hat. Auf blutige F/X müssen wir fast komplett verzichten.
Immerhin Shannyn Sossamon macht ihre Sache ganz gut, während Sängerin Pink auf ganzer Linie versagt. Sie sollte bei dem bleiben was sie kann, als Schauspielerin taugt sie nicht viel. Größtenteils tummeln sich hier unbekannte Darsteller, das Niveau insgesamt ist höchstens durchschnittlich. Regisseur und Drehbuchautor Coker spendierte sich selbst einen Miniauftritt.
Die gelungene Kulisse wird von Coker und Elliot voll ausgenutzt, mit den Stilmitteln übertreiben sie es aber maßlos. Die Darsteller reißen keine Bäume aus, die gängige Story bietet am Ende noch eine fiese Überraschung. "Catacombs" hat durchaus einige gruselige Momente, aber auch viele Durchhänger. wortwörtlich unterirdische Horrorunterhaltung, immerhin ohne Happy End.