Review

Sind wir mal nett: den Gummi-Trostpunkt, mit dem ich die Tiefstwertung für diesen Käse hier vermeide, gewinnen die titelgebenden Katakomben, die wirklich recht hübsch und gruselig aussehen, auch wenn es nicht mal die echten Gänge in Paris sind, sondern realgetreue Nachbauten im heimeligen und kostengünstigen Rumänien.

Das wars dann aber auch schon mit Qualität und guter Laune, denn „Catacombs“ ist ein zäher, blöder Schuh, dem man seine langwierige Produktionsgeschichte ansehen könnte, wenn es nicht ständig arschdunkel wäre.

Die herzerweichende Story: nervlich arg angegriffene Brünette (Shannyn Sossamon als Hascherl vom Dienst) fliegt auf Anraten ihrer drastisch-fiesen-ungehobelten Schwester (Sängerin Pink in ihrer ersten richtigen Rolle als Ekel-Bitch, die kein bißchen nach Familie aussieht) nach Paris, um dort mal einen draufzumachen. Das besteht dann darin, daß sie zu einem Rave in die Katakomben mitgeschleift wird, was ihrer eh angeknacksten Psyche nicht gut tut. Nach einem Täschen Absinth rennt sie prompt in den falschen Tunnel und anschließend in einen Psychopathen, der sich laut vorher erzählter Legende für den Antichristen hält.
Kurz darauf ist Schwesterlein tot und unsere siegreiche Victoria rennt für die nächsten 60 Minuten ununterbrochen durch dunkle Gänge, weswegen auch alle, die jetzt „Creep“ schreien, eine Tüte Gummibärchen bekommen.

Hohoho, das wars auch schon, denn abgesehen von den letzten fünf Minuten, als der dicke Twist kommt (den man sich aber beim ersten Satz des Voice Overs in Bezugnahme auf den schwindend geringen Bodycount über den kompletten Film schon denken kann).

Nun – immerhin darf sie sich bis dahin aber noch so richtig schön blöd anstellen, wenn es ums Überleben geht. Da gehen Taschenlampen flöten, zwischendurch rappelt sie sich noch angepißt mit einem frischen Franzosen (Henry), der auch verloren ging und als sie es auf der Flucht endlich wieder auf die Party geschafft hat, kommen natürlich sofort die Bullen und räumen per Schlagstock auf. Dabei rennt sie gegen einen Balken und obwohl sie praktisch noch im Saal liegt, wird sie (und die Lampe) natürlich als einzige vergessen, worauf der Schrott von vorn losgeht.

Sossamon mag sich ja richtig ins Zeug legen, aber mögen müssen wir sie dafür leider noch lange nicht. Erst darf sie das Tablettenmäuschen spielen, auf dem alle rumtrampeln – vorzugsweise Schwesterherz und die ganzen schmierigen, quarzenden, saufenden, zu miesen Scherzen aufgelegten Franzmännern, später geht einem ihre wimmernde Hysterie über eine volle Stunde unheimlich auf den Butterkeks.

Das Autoren- und Regieduo tut dann auch sein Schlimmstes, um aus der reizvollen Location so gut wie nichts rauszuholen: Handkamera, gut zwei Drittel des Films in totaler Finsternis mit ganz kleinen Lichtschimmern, stetes blitzlichartiges Sekundenbruchteilbeleuchten der Szenerie, Hechelasthma und dazu grenzdämliche Mono- und Dialoge von der Hauptfigur.
Alles nur, um den großen Schlußgag vorzubereiten, den ich im übrigen diesem schmächtigen Mägdelein schon mal per se nicht abnehme, aber in einem Film, in dem mir Pink all das, was am Beginn auf den Texttafeln steht, wortwörtlich noch einmal erzählt, wundert mich gar nichts mehr.

Ein paar fade Außenaufnahmen in der Seine-Metropole hat man dann übrigens auch noch spendiert, aber im Grunde ist das alles nervtötend und sturzdoof und leider noch nicht mal den Klischees entsprechend standardisiert reizvoll für den Slasherfreund.
Dann lieber noch mal Franka in London, das hatte wenigstens zeitweise bizarren Charme. (2/10)

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