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Die junge, labile Victoria reist nach Paris, um ihrer Schwester Carolyn einen Besuch abzustatten. In Frankreich angekommen, wird Victoria von Carolyns Freunden auf einen hippen Szene-Rave geschleppt, der in den unter der Stadt gelegenen, weit verzweigten Katakomben veranstaltet wird. Dort erfährt die Amerikanerin auch von der düsteren Legende, die sich die französischen Teenager über diesen Ort erzählen: Angeblich gab es mal einen geheimen Kult von Satanisten, der versucht hat, durch Inzest den Anti-Christen zu zeugen. Das aus den unheiligen Machenschaften hervorgegangene Kind wurde darauf hin in Gefangenschaft gehalten, mit rohem Fleisch gefüttert und soll natürlich auch heute noch als mordgieriger Irrer durch die Tunnel und Grüfte schleichen. Victora tut die Geschichte als Blödsinn ab, doch als sie und ihre Schwester sich kurz darauf von dem Party-Getümmel entfernen, treffen sie tatsächlich auf den besagten Schlächter. Während Carolyn dem maskierten Killer prompt zum Opfer fällt, flieht Victoria weiter in das kilometerlange Tunnel-System hinein… Ach, wie gut sieht doch Charles Bands kleine 1988er-Empire-Produktion "Catacombs - Im Netz des Dunkeln" im direkten Vergleich zu DIESEM hirnrissigen Genre-Müll gleichen Titels des Regie-Duos Tomm Coker und David Elliot aus, der im wahrsten Wortsinn ganz schön unterbelichtet daherkommt und beileibe kein passables Genre-Entertainment aus dem Billigpreis-Segment liefert, sondern einen stattdessen nur mit einer selten als so derart schwachsinnig empfundenen Handlung förmlich überrumpelt. Okay, zwar passt "Catacombs - Unter der Erde lauert der Tod" als gewollt-klaustrophobischer Möchtegern-Schocker, der hauptsächlich unter der Erde in engen Tunneln und Gängen spielt, einigermaßen zwischen solche damals aktuellen Höhlen-Horror-Streifen wie "The Descent - Abgrund des Grauens" und "The Cave", allerding bringt er doch das Kunststück fertig, aus der gruselig angedachten Kulisse der Pariser Katakomben mal wirklich überhaupt keinen atmosphärischen Gewinn zu generieren und das Setting förmlich zu vergeuden. Wieso außerdem tatsächlich zwei Regisseure notwendig gewesen sind, um einen Film zu inszenieren, der zu gefühlten zwei Dritteln duster wie ein Bärenarsch ist und sich den Rest der Laufzeit über in einem flashigen Schnitt-Hickhack ergeht, als gelte es, beim Zuschauer einen epileptischen Anfall zu triggern, muss man mir mal en détail erklären. So ist man selbst als Trash-affiner Allesgucker doch ziemlich erstaunt, wie es dieser schiere Mist geradezu spielend schafft, jedwede eh schon niedrigen Erwartungen zu enttäuschen und die nochmal tiefergelegte Messlatte bezüglich des allgemeinen Niveaus weit, weit zu unterschreiten. Doch halt, zwei ganz dicke Minus-Punkte gibt es dann doch noch, mit denen es sich "Catacombs - Unter der Erde lauert der Tod" beim Publikum zusätzlich kräftig verscherzen dürfte: Da wäre zum einen der als böse Pointe angedachte, hanebüchene Schluss-Twist, den man allerdings nur als schlichtweg beknackt empfindet, der aber immerhin kurz vorm Abspann nochmal eine Ausrede für ein bisschen Gore liefert... und zum anderen die Pop-Rock-Schnepfe Pink, die man hier in die Nebenrolle der Schwester der Sossamonn gesteckt hat und die nachdrücklich beweist, dass die Schauspielerei mal echt nicht ihr Ding ist, ey! Kurzum, "Catacombs - Unter der Erde lauert der Tod" ist durch die Bank einfach katastrophal schlecht und beim besten Willen nicht mal einen flüchtigen Blick wert... und lässt beim Betrachter eigentlich nur den Wunsch nach einem besseren Streifen aufkommen, der den Schauplatz der Pariser Katakomben nicht so gnadenlos verschenkt (und nö, der 2014er-Found Footage-Hobel "Katakomben" bringt's leider auch nicht wirklich, sorry!)...

2/10

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