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"Noch schmerzhafter als deine grottenschlechte Vorstellung kanns nicht werden."

Oger Shrek und Prinzessin Fiona sind offizielle Thronfolger des Königspaares Lillian und Harold und übernehmen die ersten Tätigkeiten, als Harold erkrankt. Shrek kann mit diesen höflichen Tätigkeiten nichts anfangen. Er sehnt sich stattdessen nach seinem Heim im Sumpf. Ein Lichtblick offenbart sich ihm, als er von Artus, dem Cousin von Fiona, erfährt. Gemeinsam mit seinen Freunden Esel und dem gestiefelten Kater macht er sich auf die Suche nach Artus, der ebenso die Thronfolge übernehmen könnte. Während Shrek's Abwesenheit, versammelt Prinz Charming weitere Fabelwesen um sich, um den Thron von Weit Weit Weg zurückzuerobern.

"Shrek der Dritte" hat nicht mehr die Qualitäten, mit denen die beiden vorherigen Animationskomödien noch punkten konnten. Teil 3 ist nur noch ein ideenarmer Abklatsch, der keinerlei Entwicklung mehr aufweist und sich mit den Sympathiewerten der Figuren mühevoll über Wasser hält.

Was als Handlungsrahmen vorgegeben wird, zieht sich durch den ganzen Film. Das schrullige Benehmen sowie die unkultivierten Eigenarten des titelgebenden Protagonisten wurden auf ein Minimum heruntergefahren. Die Figur verliert dadurch viel von ihrem Biss. Die Unverfrorenheit der ersten beiden Filme weicht auf und wird durch Milde ersetzt. Bislang wurden die zahlreichen Fabelwesen, bekannt aus diversen Märchen, gnadenlos durch den Kakao gezogen. "Shrek der Dritte" geht diese Besonderheit erst im letzten Drittel des Filmes an.

Da auch die Geschichte weder außergewöhnliches noch Überraschungen vorweisen kann, sitzt die letzte Hoffnung auf den Nebenfiguren. Aber auch hier tut sich der Animationsfilm sehr schwer. Vieles, was die Reihe so originell gemacht hat, wird nicht weiterverfolgt. Manches nur sinnfrei wiederholt. Die Kraft der Charaktere ist schlichtweg ausgespielt. Und die neu hinzukommenden fallen ungewöhnlich oberflächlich und glatt aus.

Das einzige was man als funktionierende Neuerung ausmachen kann, sind die Hiebe gegen die aktuelle Popkultur. So werden Figuren aus der Artus-Legende auf ein Schulsystem umgesetzt, welches wunderbar an die Gemeinheiten des heutigen Schulalltags erinnert. Der sonstige Witz zündet nur gelegentlich und lässt vor allem Höhen missen.

Verbessert hat sich die Animation im allgemeinen. Bedeutet: Die überwiegend leblosen Hintergründe gehören der Vergangenheit an. Nach wie vor sind die Figuren enorm lebhaft und detailreich animiert. Dafür spielt "Shrek der Dritte" diesmal keine außergewöhnlichen Effekte aus.
Leider fehlen die schmissigen Songs aus den beiden Vorgängern. Teil 3 hat keine eingängigen Melodien.

An sich ist es ein Jammer. Der rüpelhafte Charme der Reihe ist in "Shrek der Dritte" enorm reduziert. Im übertragenen Sinne wurde der Löwe gezähmt und zu einem abgehalfterten Publikumsliebling gewandelt, dem schon sicher bald viele den Rücken zukehren. Der Witz begeistert eher noch Kinder. Ein erwachsenes Publikum wird die schlagfertigen Dialoge und scharfen Seitenhiebe vermissen und sich über die unspektakuläre Handlung wundern. Zumindest die Animation ist stimmungsvoll. Aber Optik allein reicht eben nicht für einen guten Film.

5 / 10

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