Review

Der erste großangelegte deutsche Kiffercomedy-Versuch kann durchaus als gelungen bezeichnet werden, da "Lammbock" ausreichend lustige Momente besitzt, um den Film über die gesamte Laufzeit zu tragen. Ein guter Cast spielt auf dem qualitativ höchsten erreichbaren Level, kann jedoch nicht verhindern, daß die inhaltliche Belanglosigkeit dem Ganzen nur eine sehr kurze Halbwertzeit im Erinnerungsvermögen der Kinogänger verschaffen wird.

Angelegt in einer Reihe von übertitelten Szenen, die beinahe Kapitelcharakter haben, folgt der Film in groben Zügen zweier endich mal gar nicht so debiler Potheads, die sich den Lebensunterhalt für ihren eigenen Haschkonsum mittels einer abgelegen im Wald liegenden Plantage per Pizzabringdienst verdienen, der neben italienischen Fladen auch gleich noch Haschportionen mitliefert. Das verleiht dem Film aber nur einen brüchigen roten Faden, der dann durch die relativ sinnfreien Gespräche von Bleibtrei und Gregorowicz im besten Tarantino-Stil über die volle Laufzeit gestreckt wird.

Leider sind gerade diese abgedrehten Faseleien, die das vergnügliche Material auf eine recht banale Ebene runterziehen, denn hier wird mehr gewollt als gekonnt. Vor allem die vielzitierte Diskussion, warum man, wenn überhaupt einem Mann, nur Mehmet Scholl, einen blasen würde, ist im Endeffekt ein langweiliger Downer, der die gerade angezogene Spannungsschraube wieder zu sehr lockert.

Da hätte man sich doch besser auf die eigentliche Story rund um Freunde und Verwandte der beiden, um Parties, Leben, Studium und den Undercovercop konzentrieren sollen, die das bessere Unterhaltungspotential besitzen, da hier unbelastet und qualitativ hochwertig gespielt wird. Vor allem die Aidstest- und die Staubsaugersequenz sind frisch und frei abgedreht und beweisen, daß deutsche Comedy kein Einzelfall sein muß.

Seine Meriten hat auch die Party-Episode, die einen der Hauptdarsteller mit einer anderen Begleitung aufwachen läßt und einen über die Ereignisse der Nacht im Dunkeln belassen. Trotzdem beweist der Film hier ein wenig revolutionären und geschmacklosen Humor, ohne in die Fäkalkiste zu greifen.

Letztendlich mündet dann doch alles in einem halbwegs legalen Happy End, daß zwar mit der uneinheitlichen Struktur des Films versöhnt, aber seinen Qualitäten in schrägem Humor und krassen Einfällen einfach nicht genug vertraut, um einen wilden Plot bis zum Ende durchzuziehen. Immerhin kommt man uns nicht mit dem dicken Zeigefinger.

So verkommt "Lammbock" zum Schluß zu einer bisweilen banalen, bisweilen irrwitzigen Nummernrevue, die ausreichend unterhalten kann, aber trotzdem den Nachgeschmack einer leicht verpaßten Chance mit sich herumschleppt. Trotzdem kann es so weitergehen mit dem deutschen Film.

Nicht nur für Kiffer, auch für Abstinenzler. (7/10)

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