Review

Der deutsche Film...an ihm scheiden sich immer noch die Geister!! Traurig, aber wahr...für die einen ist Lammbock einer der besten Filme, die je in Deutschland gemacht wurden, für die anderen eine durchschnittliche Kiffergeschichte.
Klar, es lässt sich nicht bestreiten, dass Lammbock über Kiffen geht, aber das entscheidende an diesem Film ist, dass er mit viel Witz und abolut lustigen Szenen aufwarten kann. Er verfällt zum Glück nicht in das dumm-blöde Klischee der Kifferfilme, die man sonst gewohnt ist.
Moritz Bleibtreu und Lukas Gregorowicz sind Besitzer eines etwas anderen Pizzaexpress. Sie liefern noch "Extrazutaten", nach dessen Genuß man gern auf eine gute Pizza zurückgreifen möchte. Aber die Story ansich ist gar nicht so entscheidend für die Klasse des Films. Das machen einzig und allein die Dialoge. Es ist überragend komisch, wie Kai (Moritz Bleibtreu) sich ein Psoidonym beim Aidstest überlegt (Mr. Pink...hahaha), oder die endlosen Diskussionen mit Stefan (Lukas Gregorowicz) über Mehmet Scholl oder über Silikontitten, die bei Höhendruck platzen können - eigentlich unbeschreiblich! Ein Hammereinfall ist auch die Szene als Stefan Zero-Zero nimmt und danach auf einmal schwarz/weiß ist...in welchem deutschen Film waren bis dahin schon mal solche Einfälle??? Auch die Rolle von Elmar Wepper als Vater/Staatsanwalt von Stefan ist diesem auf den Leib geschrieben. Fehlen darf in einem Kifferfilm natürlich auch nicht die liebe, etwas trottelige deutsche Polizei. Ist es nicht urkomisch, als Stefan und Kai auf dem Feld einen Dübel rauchen wollen und plötzlich ein Streifenwagen am letzten Ende der Welt auftaucht?? Und die anschließende Diskussion zwischen den Polizisten und Kai und Stefan nicht zu vergessen...
Zu krass für den eigentlich witzigen Film finde ich, dass die Schwester von Stefan fälschlicher Weise von eben ihrem Bruder im Suff auf der legendären Limbo-Party von Stefans Jugendliebe gev... wird!
Legendär finde ich auch die Überlegung der beiden Penner, die aus "Dogma" entnommen sind. Sie sind einfach immer da und keiner weiß eigentlich warum! und das Torret-Syndrom wird wirklich erstklassig gespielt...

Fazit:
Dieser Film ist lustig, beschwingt und bringt einen wirklich auf andere Gedanken. Moritz Bleibtreu ist völlig in seinem Element des "Schwätzers". Er besticht durch seine angeborene Coolness, die er schon in vielen Filmen bewiesen hat. Gregorowicz steht ihm in nichts nach, nur auf eine andere Weise. Das ist aber auch völlig beabsichtigt, denn die Rolle des Kai soll einfach den lockeren "was kostet die Welt"-Typen verkörpern, wo hingegen Stefan schon immer in den Zwängen seines Vaters leben muss und ihm ein Jurastudium eigentlich schon in die Wiege gelegt wurde, worauf, wie sooft, die lieben Kinder, wenn sie es sich aussuchen könnten, eigentlich überhaupt keinen Bock haben...
Absoluter Kultfilm für Kiffer oder Nicht-Kiffer...
9/10 Punkte

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