Lammbock - Alles in Handarbeit
Gedreht um und in Würzburg, dem Autokennzeichen nach zu urteilen
Zwei spasstis hocken vor einem Campingwagen. Der eine im Anzug, legere mit T - Shirt darunter, der andere im Jogginganzug mit Zipfelmütze. Nebenan ist die Pizzeria Lammbock. Hier wird spezielle Pizza verkauft. Unter der Salami befindet sich etwas Gras, so wird die Pizza zur nebensache. Als die beiden Hauptdarsteller plötzlich feststellen, dass ihre Hanfplantage (in Deutschland) von Läuse angefallen wird, beginnt die ganze Geschichte.
Charackterisierung:
Kai ist Kunststudent, bekommt das Geld von seiner Mutter in den Arsch geschoben und stellt gerne Theorien über Baywatch auf. Nebenher ist er der coole lässige Typ, der gerne beweist was er alles weis. So ist es nicht unerheblich bei einem Aidstest einen coolen Namen zu haben, der im Subtext etwas über einen aussagt (Mr. Pink).
Stefan studiert Jura, er muss sich sein Geld hart erarbeiten, so wie es sein Vater gemacht hat. Er ist eher ein nervöser Typ, gebildet, allerdings leicht beeinflussbar. Seine Freundin ist nett, jedoch zweifelt er manchmal. Ansonsten könnte er schon mal schwarz - weiß sein :-)
Ineressant in dem Film ist, obwohl es eigentlich um die beiden Hauptcharacktere geht, dass nebenbei kleine Geschichten erzählt werden, die eine eigene Fassung verdient haben. Jedoch schafft es der Film hier die Balance zu halten einen ineressanten Nebenstrang einzupflanzen ohne die rote Linie im Film zu verlieren.
Die Dialoge sind wie der Rauch, sie kommen, glühen und vergehen, dann folgt der nächste Dialog und einer ist besser als der andere, oder auch nicht.
Trotz des bekifften Themas schafft es der Film auf eine sehr witzige Art und Weise mit dem Thema umzugehen. Die kleinen Slapstickeinlagen sind genial, gepaart mit dem Wortwitz, der darstellerischen Leistung der beiden Moritz Bleibtreu und Lukas Gregorwicz eine super Nummer, die auch nach dem 20 mal ineressant bleibt!
Genial finde ich, dass der Film nicht überdreht, wie z. B. in Cheech & Chong, die mit einem überdimensionalgroßen Bong herumfahren.
Nein, die Geschichte wird sachlich erzählt, mit leichtem Humor und getragen auf den Schultern von Moritz und Lukas.
Der Film hebt nicht den Moralfinger und prangert an, ist aber auch keine Revolution für die legalisierung der Cannabisdroge.
Für mich ist es eine Momentaufnahme zweier junger Erwachsener Studenten, die im Leben etwas erreichen wollen, Ihren Weg noch suchen und dabei eine ziemlich abgefahrene Geschichte erleben. Es ist viel gutes darin, auch viel Unsinn, der so richtig zum Ablachen ist.
Schön ist, dass Mehmet Scholl nun endlich in einem Film verewigt ist, schließlich hat er den grössten, besten Schwanz, oder ?!
Bild ist in Ordnung, die Musik ist sehr gut ausgewählt, passend ohne jedoch auf bekannte Klischeetitel zurückzugreifen.
Fazit:
Ein stück Jugend, ideal für Gruppenvorführungen!!!