Heather Graham hat es inzwischen auf eine ganz beachtliche Anzahl an Filmen gebracht die ich jetzt mal mehr oder weniger dem Independent-Comedy-Genre zuordnen würde. Unter anderem waren es kleine Produktionen wie "Der Sex Guru", "Hope Springs", "Ohne Worte" oder eben "Committed". Alle diese Filme haben dabei hauptsächlich zwei Dinge gemeinsam, sie sind nahezu unbekannt und Heather Graham spielt immer die etwas überdrehte, leicht durch geknallte Leadingrole, die letztlich hauptsächlich mit ihrem Charme überzeugt.
Bei Committed wird diese Figur dann aber auch wirklich bis zum letzten Ausgereizt und wirkt teilweise einfach zu überzogen und zu durchgeknallt. Es ist die Geschichte von Joline, die nach 3 Jahren Ehe mit Carl (Luke Wilson) von eben diesem mehr oder weniger verlassen wird. Also macht sie sich auf nach Texas um ihn dort zurück zu gewinnen. Als sie ihn in einem kleinen kaff findet entschließt sie sich aber zunächst ihn zu beobachten um festzustellen, warum er das gemeinsame Leben in New York aufgegeben hat. Dabei lernt sie nicht nur sein gesamtes Umfeld kennen und freundet sich mit diesen Leuten an, sie lernt auch seine neue Freundin kenn, deren möchte gern Freund, der Carl ans Leder möchte und einen Künstler der neben Carl lebt. Joline ist so fest von ihrer Liebe überzeugt das sie mit Hilfe eines Schamanen versucht mit seltsamen Ritualen ihren Mann wieder für sich zu gewinnen. Das führt sie schließlich in die Klappsmühle, wo sie aber mit Hilfe des Schamanen entkommt und erkennt das ihr Mann verloren ist für sie, aber da ist ja noch der Künstler....
Das liest sich jetzt sicherlich weit weniger verworren und skurril als es sich im Film präsentiert. Kann man die Motive Jolines für ihr Handeln anfangs noch nachvollziehen wird es insbesondere während der Belagerung ihres Mannes und der Rituale dabei doch reichlich abgefahren. Da gibt es dann auf einmal Voodoo-ähnliche Zauber und anderes in die Richtung. Die Figur der Joline wird dabei immer undurchsichtiger und ihr Antrieb bleibt dem Zuschauer weitestgehend verschlossen, zumal Carl ihr deutlich klar gemacht hat das es vorbei ist. So kann man den Film vielleicht am ehesten dahingehend deuten, das es sich nicht lohnt eine Liebe auf einer extrem einseitigen Basis aufzubauen, aber auch das wird eher seltsam präsentiert.
Nachdem es also die Handlung eher schwer macht den Film zu genießen, sind es insbesondere die Nebencharaktere die dem Film etwas Würze verleihen und dann auch Spaß machen beim zusehen. Mark Ruffalo überzeugt als durchgeknallter Mexikanischer LKW-Fahrer, Casey Affleck spielt Jolines Bruder der deutlich etwas verwirrt ist und nebenbei auch noch scharf auf seine Schwester ist (zumindest am Anfang), Patricia Velasquez spielt die neue Freundin von Carl, die aber recht schnell, ohne dessen Wissen zu Jolines bester Freundin wird und ihr Hilft in dem sie Joline mit ihrem Opa bekannt macht. Der wird von Alfonso Arau gespielt und ist eindeutig der kurioseste aber auch interessanteste Charakter im Film, spielt er doch den Schamanen, der sich schon mal mit einer Flasche Pepsi bestechen lässt. Alles also sehr eigentümlich und sicherlich alles andere als eine Mainstream Komödie. Dazu geht das ganze teilweise zu sehr in Richtung Drama, und ist auch ansonsten viel zu skurril.
Regisseurin Lisa Krueger, die auch das Drehbuch geschrieben hat, inszeniert das alles recht bodenständig, einzig die immer wieder eingesetzten Zeitrafferaufnahmen der Wüste spielen etwas mit den Möglichkeiten. Ansonsten ist aber doch eher Alltag angesagt. Die Darsteller wirken sichtlich bemüht, und insbesondere Heather Graham kann einmal mehr als sehr sympathische Hauptdarstellerin überzeugen. Das sie keine großartige Schauspielerin ist, ist ja bekannt aber sie versprüht einfach immer eine Menge Charme und verkörpert ihre Figuren doch immer so, das man sie als sehr real und menschlich im Gedächtnis behält.
So ist "Committed" letztlich eine skurril verworrene Drama-Komödien Mischung, die irgendwie an ihren eigenen Ambitionen erstickt und letztlich zwar eine Menge aussagen möchte aber irgendwie nichts wirklich aussagt. Nette Darsteller und die überdreht eigentümliche Story sollten aber zumindest Fans des Abgedrehten mal einen Blick riskieren lassen. Auch wenn der Film letztlich nur Durchschnitt ist. 5 von 10 Punkten.