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Der Bauunternehmer Wiesenkamp und seine Handwerkertruppe stehen vorm Ende. Ihr Boss geht Konkurs und infolge dessen liegen ihre Gehälter auf Eis. Um doch noch an ihr Geld zu kommen, wollen sie Wiesenkamp mit einem angeblich verunglückten Schwarzarbeiter erpressen, doch der neue Praktikant scheint ihnen dazwischen zu funken. Zu allem Überfluss stoßen sie bei ihren Bauarbeiten auch noch auf eine alte Fliegerbombe.

Deutsche Komödien fallen bekanntermaßen nicht unbedingt durch gute Story auf und durch diesen Film ändert sich dies nicht grundlegend. Die Charaktere haben natürlich überhaupt keine Tiefe, sind dafür aber sehr skurril und liebenswert und selbstverständlich hat der Film keinen Ansatz von Tiefgang, aber dies ist nun wirklich nicht weiter wichtig. Die Handlung ist nämlich nicht schlecht. Sie enthält einige gute Gags und überaus amüsante Dialoge. Darüber hinaus gibt es ein paar überraschende Wendungen und einen, beinahe sarkastischen Blick auf die deutsche Moral am Bau.

Der Film läuft schnell an und der Unterhaltungswert schießt direkt von 0 auf 100. Es gibt gute Gags am Fließband und kaum dämliche Rohrkrepierer. Im Mittelteil kann der Film auch ordentlich unterhalten. Nicht einmal die absehbare Love-Story um den Praktikanten und die Tochter des Chefs kann dem Film den Wind aus den Segeln nehmen. Leider wird er zum Ende hin zunehmend übertriebener und dämlicher und baut langsam ab. Die letzten 15 Minuten hätte man vermutlich am besten einfach weggelassen, da sie überhaupt nicht mehr unterhalten können und den Film im Nachhinein nur in einem schlechten Licht erscheinen lassen.

Die Umsetzung von Regisseur Peter Thorwarth ist solide. Thorwarth leistet bei der Filmmusik gute Arbeit und kann vor allem das schwache Finale gut unterlegen. Der Bau hält als Kulisse viel her. Vor allem die Platzierung der Gags ist hervorragend. Auch sein Wechsel zwischen trockenem, herzlichen und schwarzen Humor stimmt und gestaltet den Film am Anfang abwechslungsreich, bis die Gags dann leider zum Ende hin zum langweiligen Klamauk mutieren. Nachdem er bereits den Kurzfilm "Was nicht passt, wird passend gemacht" in Szene setzte, übernimmt Thorwarth auch im Spielfilm die Regie und präsentiert nach "Bang Boom Bang" erneut eine solide deutsche Komödie.

Dietmar Bär spielt die Rolle des Werner Wiesenkamp hervorragend. Nachdem er in den "Tatort-Filmen" bisher als ernster Polizist zu sehen war, präsentiert sich in dieser Komödie überraschend gut und vor allem überraschend komisch. Ralf Richter, der allein aufgrund seiner Erscheinung und seiner Stimme für die Rolle des Bauarbeiters geboren zu sein scheint, spielt mit Abstand am besten und liefert einige lustige Momente. Himli Sölzer und Willi Thomcyk, die beide im Comedy-Business zu Hause sind, zeigen sich routiniert und amüsant. Peter Thorwarth kann nicht nur als Regisseur, sondern auch als Darsteller solide Arbeit leisten. Der übrige Cast ist ebenfalls ordentlich.

Fazit:

Im Kino und im Fernsehen wimmelt es förmlich von deutschen Komödien, die nicht halten, was sie versprechen, doch dies ist eine der besseren. Mit guten Darstellern und einem tollen Humor präsentiert Peter Thorwarth seinen Film zur Serie und kann wirklich hervorragend unterhalten. Schade, dass der Film zum Ende hin immer schlechter wird und in sinnlosem Klamauk endet. Vor allem für Fans der Serie und der deutschen Comedy empfehlenswert.

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