Überflüssige Remakes zum Hundertneunten...
Einstmals konnte man über das, was die Zuckerbrüder produzierten, herzhaft lachen, doch selbst ein Comedianauftrieb der Sonderklasse kann diese Neuauflage von „It’s a mad, mad....mad world“ von 1963 nicht retten.
Dabei war das Original schon lang und weilig genug, was auch nicht 1001 Starkurzauftritt retten konnten. Außer der berühmten "...unter dem großen W“-Szene hatte der nichts Nachhaltiges zu bieten.
Immerhin: Zuckers Version ist trotz der konservierten Slapstick-Hysterie nicht überlang geworden und langweilig ist er bei gerade mal 100 Minuten Lauflänge auch nicht.
Nur leider ist das Material, mit dem hier alle arbeiten größtenteils unterdurchschnittlich.
Da sind reichlich bekannte und begabte Namen versammelt, die durchaus für Brüller sorgen könnten, aber unterfordert sind hier eigentlich alle. Wenn man sich dann nicht wundert, was die Albernheiten eigentlichen sollen, ist man eher traurig gestimmt, wenn man die Verschwendung mitansieht.
John Cleese gibt den Showmaster dieser Millionenjagd, im Geheimen der Organisator für reiche Kerle, die mit Wetten ihre Langeweile bekämpfen. Warum Cleese aber sogar über Python Standards grimassieren muß, während er einen elend schlecht aussehenden falschen Oberkiefer trägt, mit dem er ständig die Zähne bleckt, bleibt ungeklärt.
Whoopie Goldberg kommt überhaupt nicht zum Tragen, während Cuba Goodings hektisch aufgelöste Routinen als verhaßter Schiri und unfähiger Busfahrer im Nichts enden. Ein Musterbeispiel an Einfallslosigkeit die Szene, in der er sich einer Busfahreruniform mit saudummen Ausreden bemächtigt.
Jon Lovitz macht das Beste aus seinen Grimassierkünsten, kann dafür aber einige der gelungenen Lacher sein eigen nennen, etwa bei einem Besuch im Barbie-Museum (leider ist Klaus Barbie gemeint) und einer Slapstick-Hitler-Parodie auf einer US-Veteranenversammlung.
Atkinson dagegen lispelt sich als Italiener durch blöde Halbdialoge, wobei er meistens dann überzeugen kann, wenn er endlich die Klappe hält, weswegen eine stumme Rolle hier besser gewesen wäre.
Am bemühtesten sind noch Seth Green und sein Zungenpiercingkumpel, die für die ganz kaputten Gags zuständig sind und vergleichsweise viel Screentime kriegen.
Doch letztendlich kann das Dauergekreische und Gerenne nicht verbergen, daß eigentlich gar keine Bewegung in dem Film ist, keine Dynamik und nur sehr wenige gute Gags, wie z.B. alle mit der Kuh am Ballon. Daß natürlich Europäer nicht verstehen können, welchen Humor ein Bus voll mit „I-love-Lucy“-Imitatorinnen mit sich bringt, erschwert die Sache zusätzlich.
Wer einen Funken Anspruch hat, wird am Ende denken, wie schade es doch ums Potential ist, das hier vergeudet wurde. Die Beteiligten aber wenigstens hatten wohl Spaß – bei mir wollte der sich nicht so recht einstellen. (4/10)