Review

Operation: Kingdom ist ein politisch hochaktueller, packender und differenziert inszenierter Politthriller. Die Story ist recht einfach gehalten. Eine Gruppe religiöser Fanatisten verübt einen blutigen Anschlag auf eine Wohnsiedlung westlicher Arbeiter in Saudi-Arabien. Ein FBI-Team macht sich hauptsächlich aus persönlichen Gründen und ohne Einwilligung der Chefetage auf den Weg, um das Verbrechen aufzuklären. Ihnen wird ein saudischer Polizeichef zur Seite gestellt. Die Charaktere werden gut beleuchtet und von den Schauspielern zum Teil bravurös verkörpert (allen voran: Andrew Esposito). Der Film beginnt mit dem Anschlag, der äußerst grausam und realistisch rüberkommt, auch wenn nichts Explizites gezeigt wird. Das nächste Drittel des Films ist äußerst ruhig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Ermittlungen, den Schwierigkeiten dabei und vor allem mit den Figuren, bleibt dabei aber trotzdem spannend. Dabei ist dem Film hoch anzurechnen, dass keine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird, à la gute Amis gegen böse Saudis. Der Film bleibt die ganze Zeit äußerst sachlich, man könnte sogar sagen nüchtern und glorifiziert nichts. Das letzte Drittel bietet dann ein äußerst gut inszeniertes Actionfeuerwerk, die Schießereien lassen sehr wohl durchblicken, dass Michael Mann mitgewirkt hat. Der Schluss zeigt dann nochmal deutlich wie perfide diese uns so fremde Welt ist. Das Einzige, was ich zu bemängeln habe, ist der zum Teil exzessive Einsatz der Handkamera. Dies sorgt zwar für gefühlte Authentizität, die verwackelten Bilder machen den Film aber teils unnötig hektisch und schmerzen nach einer Weile in den Augen.

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