Ein terroristischer Anschlag in Saudi-Arabien, der nicht nur vielen Zivilisten, sondern auch zwei FBI-Agenten das Leben gekostet hat, ruft die Kollegen der Toten auf den Plan. Gemeinsam mit seinem Team (u.a. Jennifer Garner, Jason Bateman) will FBI-Agent Fleury (Jamie Foxx) die Hintergründe der Tat vor Ort aufklären ...
Regisseur Peter Berg ("Very Bad Things") hat sich eines Themas mit viel politischem Zündstoff angenommen, schafft es aber, die Story jenseits von sträflicher Schwarz-weiß-Malerei umzusetzen. Die Figuren haben Charakter; und zwar auf beiden Seiten. Probleme, mit denen die Agenten bei ihren Ermittlungen im fremden Land zu kämpfen haben, wirken glaubwürdig. Dabei ist die Bedrohung durch die Attentäter zu jeder Zeit spürbar. Dafür sorgt vor allem die suggestive Kamera, die während den Dialogen nie die Umgebung der Protagonisten aus den Augen verliert.
"The Kingdom" ist einer jener Filme, die von Minute zu Minute an Spannung gewinnen, um schließlich ein Finale hinzuhauen, bei dem einem Höhren und Sehen vergeht!
In der formidabel inszenierten zwanzig-minütigen Actionsequenz macht Peter Berg keine Gefangenen. Er hetzt die Agenten nach einem spektakulären Crash in eine wilde Schießerei hinein, die mit brachialer Härte glänzt. Ein gnadenloser Nahkampf von Jennifer Garner und Jason Bateman mit einem Terroristen bleibt lange im Gedächtnis haften.
So muss realistische Action aussehen!
Nachdem zu Beginn für die Anschlagserie noch sichtbar der Rechner zum Einsatz kam, ist von CGI im Showdown weit und breit nichts zu erkennen. Auch hier ist die Kamera zu loben, die ohne großes Gewackel präzise die Action einfängt und trotzdem den Eindruck von "mittendrin statt nur dabei" vermittelt.
"Wir bringen sie alle um."
Mit diesem Satz endet "The Kingdom" nach 100 spannenden, actiongeladenen Minuten - und rückt damit die ganzen Ereignisse im Film förmlich in ein anderes Licht.
Die Bedeutung dieses Satzes möchte ich an dieser Stelle natürlich bewusst nicht verraten.
Es ist immer wieder ein Rätsel, warum Krachern von dieser Güte im Kino so wenig finanzieller Erfolg beschert wird.
"The Kingdom" ist nahe dran am perfekten Actionfilm. Lediglich ein paar pathetische Momente zum Ende hin sind störend, geraten aber durch den heftigem Denkanstoß schnell in Vergessenheit. 9/10 Punkten.