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Eine amerikanische Wohnsiedlung in Riad wird von einem verheerenden Bombenattentat zerstört. Nach einigen diplomatischen Gesprächen wird schließlich ein Team des FBI unter der Leitung von Jamie Foxx nach Riad geschickt, um die Verantwortlichen zu fassen. In der östlichen Welt legt man ihnen bei den Ermittlungen anfangs Steine in den Weg. Doch dann schreiten sie immer weiter voran und geraten selbst in das Visier der Terroristen.

Die Story ist solide. Es gibt viele Wendungen, die teilweise überraschen können und sich zu einem gelungenen Film verbinden können. Auf die einzelnen Charaktere geht man kaum ein und beschränkt sich eher auf deren Ermittlungsarbeiten. Außerdem wäre festzuhalten, dass es sich bei "Operation: Kingdom" auf gar keinen Fall um einen Anti-Kriegsfilm oder um Kriegsdrama handelt, sondern eher um einen Thriller, der zufällig in einem anderen Land spielt. Wenn man den Titel dieses Streifens hört, denkt man unweigerlich an irgendeinen heroischen Film, wie die Amerikaner sie lieben, doch um einen solchen handelt es sich hier nicht. Zwar töten die 4 amerikanischen Ermittler in alter Rambo-Manier dutzende Menschen, im Nachhinein wird dies aber nicht beschönigt, vielleicht auch ein Grund, warum der Film in Amerika im Kino floppte. Wirkliche Tiefe hat diese Darstellung der fremden Kultur kaum, man bemüht sich jedoch sichtlich, die fremden Sitten ohne Klischees darzustellen. Alles in allem eine solide Story. Gerade verglichen mit den anderen Action-Filmen des Jahres wie "Stirb langsam 4.0" oder "John Rambo" ist die Story sehr hoch zu bewerten.

Nach "Welcome to the Jungle" präsentiert Regisseur Peter Berg hier seine zweite größere Regiearbeit. Nachdem er über die Jahre vor allem auch als Darsteller Erfahrungen sammeln konnte, präsentiert er hier eine routinierte und stilsichere Umsetzung. Durch den kontinuierlichen Einsatz von Handkameras und dem unglaublich schnellen Schnitt kann Berg die ganze Zeit über ein sehr hohes Erzähltempo halten. Mich persönlich störte diese Umsetzung beispielsweise bei "Das Bourne Ultimatum" sehr, doch hier liegt das Verwackeln der Kamera noch im Bereich des Erträglichen. Der Schnitt ist vielleicht ein bisschen zu rasant, da wirklich keine Sequenz länger als 10 Sekunden hält. Die Filmmusik ist natürlich auch entsprechend schnell, passt aber gut zum rasanten Film. Lediglich der Versuch am Ende bei schnellem Schnitt und schneller Musik eine gewisse Melancholie zu erzeugen, geht gewaltig schief. Die Kulisse ist hervorragend und wirkt sehr authentisch. Auch hier gibt Berg sich sichtlich Mühe.

Durch das hohe Tempo ist natürlich auch der Unterhaltungswert entsprechend hoch. Der Film ist sehr rasant und tritt zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle, sodass er von der ersten bis zur letzten Minute bestens unterhalten kann. Vor allem zum Ende hin baut der Film eine hohe Spannung auf und bietet mit hervorragenden Action-Szenen ein fulminantes Finale. Die ganze Zeit über versucht der Film über diese Spannung hinaus noch Dramatik aufzubauen, scheitert aber hier an seinem schnellen Tempo und seinen blassen Charakteren. Alles in allem bietet "Operation: Kingdom" Unterhaltung vom Feinsten.

Von den Darstellern sieht man leider nicht sonderlich viel Mimik, da die Kamera stark wackelt und der Schnitt sehr schnell ist. Doch das, was man sieht ist gut. Jamie Foxx arbeitet mal wieder unter der Produktion von Michael Mann, mit dem er bereits "Collateral", "Ali" und "Miami Vice" inszenierte. Einmal mehr präsentiert sich der Oscar-Preisträger über weite Strecken überaus cool, setzt aber auch die emotionalen Momente erstklassig um. Jennifer Garner leistet ebenfalls gute Arbeit und zeigt bei den Action-Szenen, dass sie hart im Nehmen ist. Lediglich ihre ungewohnte und schwache Synchronisation wäre zu bemängeln. Oscar-Preisträger Chris Cooper ist meiner Meinung nach am besten. Wie schon in "American Beauty" präsentiert er sich in der Rolle eines kauzigen Soldaten und stellt dabei sein volles Können unter Beweis. Er sorgt darüber hinaus sogar für ein paar amüsante Momente. Auch die übrigen Nebendarsteller leisten überzeugende Arbeit.

Fazit:
Mit einem irren Tempo und fulminanten Action-Sequenzen kann "Operation Kingdom" bestens unterhalten. Auch die Story ist solide, könnte aber vor allem bei der Charakterkonstruktion auch etwas stärker sein. Die Darsteller leisten hervorragende Arbeit und runden den gelungenen Streifen ab. Die Umsetzung mit der Handkamera stört mich persönlich ein bisschen, aber es ist noch im Bereich des Erträglichen. Alles in allem ist der rasante Action-Thriller auf jeden Fall empfehlenswert.

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