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"Keine Sorge, wir bringen sie alle um."

Dieser Oneliner kommt zum Schluss des Filmes und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack, denn er wird von beiden Seiten der "Kriegsparteien" ausgesprochen. Somit zeigt sich, wie in Wirklichkeit, dass weder Araber noch Amerikaner wirklich besser sind und versuchen den Konfliktherd zu schlichten. Am Ende ist jeder nur auf Rache aus.

Was ist "Operation: Kingdom"? Im Mittelpunkt steht der Konflikt im Nahen Osten, konkret Saudi Arabien. Direkt zu Beginn geschieht ein Anschlag, wobei zahllose Zivilisten und ein FBI-Ermittler getötet wird. Daraufhin lässt das FBI, nach einiger Diskussion ein kleines Team von 4 Leuten in das Krisengebiet reisen um zu recherchieren und die Schuldigen zu finden. Dies endet, wie zu erwarten, in einem Massaker.
So richtig einordnen kann man "Operation: Kingdom" also nicht. Anfangs aufwühlender Polit-Thriller, weiter zu zähem Krimi was zum Schluss zu einem patriotischen Action-Thriller gedeiht. So richtig konnte sich der Regisseur wohl nicht entscheiden, was er machen wollte.

Eine Genremischung muss nun nichts schlimmes bedeuten. Der Anschlag zu Beginn und das Massaker zum Schluss sind äußerst drastisch dargestellt, spannend und lassen den Zuschauer mitfiebern.

Leider ist der Rest sehr langatmig, zäh und teils uninteressant inszeniert.
Nach dem Anschlag geht es lange Zeit um politische Dinge und Diskussionen, dabei wissen wir als Zuschauer doch schon längst, dass die guten Amis fliegen werden. Also wieso dauert das so lange bzw. weswegen wird soviel Filmzeit damit verschwendet?
Die Recherche selbst zieht sich ebenfalls, mehr oder weniger bis zum Ende. Es entwickelt sich keine Sympathie zu den Charakteren, man sitzt mehr oder weniger teilnahmlos im Sessel und schaut zu wie die Protagonisten von Ort zu Ort fahren oder im Schlamm wühlen. Selbst die kurzen Unterbrechungen in denen eine sarkastische Bemerkung die Atmosphäre ein wenig auflockern soll, helfen hier nicht.

Als Nichtkenner der arabischen Sprache ist man auf die Untertitel angewiesen die von Anfang bis Ende viel zu schnell über den Bildschirm flackern. Sprechen die Araber echt so schnell?

Zugegeben, ich habe einen Actionthriller erwartet und wurde dadurch etwas enttäuscht. Als neutrales "Drama" wird hier allerdings auch nicht viel geboten. Als westlicher Mensch ergreift man automatisch Partei der amerikanischen Seite, dafür werden auch genug Gründe geliefert. Eine eigene Meinung kann man sich also mal wieder nur schwerlich bilden.

Als purer, und vielleicht etwas kürzerer, Actionthriller wäre hier sicher mehr drin gewesen. So gibts nur

5 / 10

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